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Das neue Bafög-Gesetz bringt mehr Kohle für Studenten!

Aufatmen, liebe Studenten! Die mageren Jahre sind endlich vorbei – na ja, vielleicht nicht ganz. Doch zumindest kommt mit der ab August 2016 gültigen 25. Bafög-Novelle etwas Volumen in die meist viel zu schmalen Geldbeutel. Studentenfutter ist schließlich nicht billig, und jeder weiß, dass ein Kaltgetränk mehr am Abend den Lernerfolg entscheidend beeinflussen kann – positiv natürlich. Auf welche üppigen Geschenke dürfen sich Studenten also fortan freuen?

SIND DIE MAGEREN STUDENTENJAHRE VORBEI?

Das Allerwichtigste vorneweg: Es gibt mehr Geld. „Die Bedarfssätze und Freibeträge sind ab August um sieben Prozent gestiegen“, sagt Simone Hübener vom Studierendenwerk Stuttgart. Und jetzt kommen ganz schön viele Zahlen: Wer nicht mehr bei Mama und Papa wohnt, bekommt ab dem kommenden Wintersemester 52 Euro Zuschlag, insgesamt liegt der Bafög-Höchstsatz bei 649 statt vorher 597 Euro – ohne Versicherungszuschläge, die bei 71 Euro für die Kranken- und 15 Euro für die Pflegeversicherung liegen. Auch der Freibetrag für eigenes Vermögen – wozu nicht nur Geld, sondern auch Vermögenswerte wie Immobilien und Autos gehören – erhöht sich: 7.500 Euro sind seit August erlaubt, bislang waren es 5.200. Für Eheleute und Kinder sind es je 2.100 Euro statt wie bisher 1.800. Der Kinderbetreuungszuschlag liegt jetzt bei 130 Euro.

Auch der Freibetrag auf das Einkommen der Eltern fällt höher aus: Sind sie verheiratet, beträgt er jetzt 1.715 Euro, bei geschiedenen Eltern je 1.145 Euro. Wer unter dem Freibetrag bleibt, nicht bei seinen Eltern wohnt und nicht mehr als 450 Euro verdient, bekommt den Maximalbeitrag bewilligt. Die 450 Euro Monatsverdienst sind übrigens auch der Novelle zu verdanken: Vorher galten 406 Euro als Bezugsgrenze, jetzt dürfen Studis einen vollen Minijob-Lohn zum Bafög-Satz dazu packen.

MEHR FREIRAUM AUCH BEI DER RÜCKZAHLUNG

Durchatmen ist auch für die Zeit nach der Bachelor- oder Masterprüfung angesagt: Bislang überwies das Amt bis zur letzten Prüfung, dann war Schicht. Das ändert sich: Von nun an beziehen Studis noch bis zu zwei Monate nach der Abschlussprüfung Leistungen, zumindest aber bis sie die Prüfungsergebnisse erhalten. Ein überfälliger Schritt, schließlich ist ohne Abschluss auf dem Arbeitsmarkt nichts zu holen.

Mehr Freiraum gibt es auch bei der Rückzahlung: Wer nach fünf Jahren weniger als 1.145 Euro netto im Monat verdient, kann die Bafög-Rückzahlung um je ein Jahr verschieben, bislang galten hier 1.070 Euro. Ein Upgrade gibt es zudem für ausländische Studenten: So können etwa Kriegsflüchtlinge bereits nach 15 Monaten auf Bafög hoffen, nicht erst nach vier Jahren. Das hängt aber von Aufenthaltsstatus und Einzelfall ab, pauschale Aussagen sind daher schwierig.

Also: Es gibt mehr Kohle und die Rückzahlung soll individueller gestaltet werden. Heißt natürlich nicht, dass sich Studis nun komplett ausruhen können – aber die Bafög-Novelle scheint sich zumindest an steigende Mietpreise und Lebenshaltungskosten und kleine Gehälter im Berufseinstieg anzupassen. Uff.          

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Text: Tilman Baur