Interview mit Stefania Candido

Italien-Feeling mitten in Stuttgart

Mit ihrem außergewöhnlichen Konzept bringt Stefania Candido den Stuttgartern italienischen Lebensgenuss nahe. Im Ma Si findet man alles, was die Italien-Sehnsucht beflügelt, mitten im Heusteigviertel. Hier kann man Käse, Prosciutto, Pasta & Co. kaufen, im Keramik-Atelier stöbern, sich auf einen Café Crema aus der hauseigenen Röstung treffen oder bei ausgesuchten Antipasti und einem Glas Wein italienische Momente im Alltag genießen. Außerdem bietet das Ladenlokal stimmungsvolle Räumlichkeiten für Töpferworkshops, vielfältige Events und Tagungen sowie Firmen- und private Feiern.

Übrigens: Bankiers erhalten mit ihrer Bankier Karte einen Nachlass von 10 % auf das gesamte Angebot, wie z. B. Gastro, Keramik und Wein.

Frau Candido, Sie bezeichnen das Ma Si als Ihr Herzensprojekt, warum liegt Ihnen so viel daran?

Stefania Candido: Ich bin Italienerin, Enkelin einer typisch italienischen Nonna, die mit viel Liebe gekocht und gebacken hat, und bin in der Gaststätte meines Vaters groß geworden. Italienische Gastlichkeit und Lebensart liegen mir im Blut und es macht mich glücklich, wenn ich das mit anderen teilen kann. In Italien versteht man, das Leben zu genießen, das ist einer der Gründe, warum so viele Menschen das Land lieben. Mit dem Ma Si können die Stuttgarter jetzt ein Stück Italien in ihrem Alltag erleben.

Was bedeutet der Name Ma Si?

Stefania Candido: „Ma si“heißt wörtlich übersetzt „aber ja“. Im Italienischen schwingt hier aber noch mehr mit. Man sagt „ma si“, um zu bestätigen, dass eine Idee gut ist, dass man einen Vorschlag ausführen sollte, ähnlich wie mit dem englischen Ausdruck „let’s go!“. Wie wär’s mit einem Kurztrip nach Italien mitten in Stuttgart? Ma si – machen wir!

Was konkret bietet Ihr Store, was es in Stuttgart nicht schon gibt?

Stefania Candido: Bei meinen Recherchen habe ich kein Angebot mit dieser Vielfalt und meiner speziellen Kombination von Feinkostladen, kleiner Gastronomie, Eventlocation, Keramik-Atelier und -werkstatt gefunden, auch nicht über Stuttgart hinaus. Das war mir auch ganz wichtig. Ich wollte etwas schaffen, was nicht austauschbar ist, vom Ambiente bis zur Käsesorte, die es nur bei uns gibt.

Hatten Sie Ihr Konzept von Anfang an genauso geplant?

Stefania Candido: In den Grundzügen ja, aber die Konkretisierung hängt immer von der Location ab. Ursprünglich hatte ich alles etwas kleiner gedacht, aber als ich nach einer sehr langen Locationsuche den jetzigen Standort fand, habe ich mich auf Anhieb verliebt und meine Ideen erweitert. Mit 300 Quadratmetern auf drei Etagen haben wir jetzt Platz für ein vielfältiges kulinarisches und kulturelles Angebot. Wir sind mittendrin in einem der attraktivsten Stadtviertel Stuttgarts mit seiner lebendigen Kreativszene. Die Ecklage am Weißenburgplatz ist ideal, damit unsere Kunden ihren Espresso oder Snack auch mal draußen genießen können.

Die Produkte, die Sie anbieten, suchen Sie selbst in Italien aus??

Stefania Candido: Auch unsere Produkte sind nicht austauschbar. Wir bieten ausgewählte Delikatessen für Genießer, die etwas anderes als Supermarktprodukte und industrielle Massenware suchen. Alle Lebensmittel und auch die Keramik werden in kleinen Handwerksbetrieben und Manufakturen erzeugt, hinter jedem Produkt stehen besondere Menschen und eine eigene Geschichte. Solche Produkte findet man nur, wenn man vor Ort ist, mit den Erzeugern spricht und alles selbst ausprobiert. Deshalb bin ich viel in ganz Italien unterwegs.

Umbau, Wareneinkauf, Personal, da kommt einiges an Kosten zusammen. Haben Sie keine Angst vor dem Risiko?

Stefania Candido: Selbständigkeit ist immer ein Risiko. Ein Businessplan kann noch so gut durchgerechnet sein, man weiß nie, was alles passiert. Und ein neues Angebot im Markt muss sich ja erstmal rumsprechen. Deshalb ist es wichtig, von vornherein finanzielle Reserven einzuplanen. In der Regel muss man in den ersten Wochen erstmal zubuttern, bis man die laufenden Kosten einspielt. Zugegeben, es gibt Phasen, da darf ich nachts nicht wachwerden, weil ich sonst ins Grübeln komme. Aber ich bin ein optimistischer Mensch und Profi, ich gebe nicht so schnell klein bei.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Banken gemacht?

Stefania Candido: (lacht) Die meisten Banken reagieren auf Gründungsvorhaben grundsätzlich mit Skepsis und Misstrauen, statt erstmal unvoreingenommen den Gründer kennenzulernen und zu versuchen, die Geschäftsidee zu verstehen. Eine gewisse Vorsicht ist verständlich und nachvollziehbar, es geht ja meist um viel Geld. Aber ich glaube, viele eigentlich aussichtsreiche Gründungsvorhaben werden durch Vorbehalte der Banken blockiert.

 

Wie sind Sie dann zur Gründerbank gekommen?

Stefania Candido: Erstaunlicherweise über den Tipp eines netten Bankmitarbeiters, der meine Pläne gerne unterstützt hätte, aber von seiner eigenen Bank gebremst wurde. Für diesen Rat bin ich heute noch dankbar. Nach so viel Ablehnung zuvor war die Aufnahme bei der Gründerbank eine tolle Erfahrung. Allein schon die Offenheit und Begeisterungsfähigkeit, mit der man mir hier begegnet ist, das Vertrauen in meine Kompetenz und persönliche Eignung. Gut finde ich auch den Entscheidungsspielraum, den die Berater haben, das macht alles unbürokratischer und unkomplizierter als bei anderen Banken. Genau das brauchen Gründer.

War es schwierig, das richtige Personal zu finden?

Stefania Candido: Zum Glück nicht. Ich konnte ehemalige Kolleginnen aus meiner früheren Tätigkeit gewinnen. Der Vorteil ist, wir kennen uns und haben immer schon gut zusammengearbeitet. Uns verbindet die gleiche Gastgeber-Leidenschaft, alle sind mit ganzem Herzen dabei und bereit, die Extrameile zu gehen.

Im Juni soll’s losgehen, werden Sie Ihre Eröffnung feiern?

Stefania Candido :Ja, klar, das gehört im Einzelhandel unbedingt dazu. Allerdings gönnen wir uns vorher noch eine kleine Probezeit, in der wir schon offen haben und die Abläufe austesten, damit beim offiziellen Opening alles perfekt klappt. Irgendwo hakt es am Anfang immer. Wir planen eine ganze Eröffnungswoche mit wechselnden Tastings, Angebotsaktionen und kulturellen Events. Wir können es kaum noch erwarten und hoffen natürlich auf eine breite Resonanz.

Wir werden bestimmt dabei sein und freuen uns schon auf Ihren Espresso. Vielen Dank, dass Sie sich in der heißen Phase vor Ihrer Eröffnung Zeit für dieses Gespräch genommen haben, und Buona Fortuna für Sie und Ihr Team.

Steckbrief

MA Si | Stefania Candido

Stefania Candido