Regeln, Prozesse und Verantwortung

Fallabschließende Prozesse

Geht regional auch digital?

Ja! Die genossenschaftliche Finanzgruppe entwickelt Antworten auf diese Frage. Eine davon heißt: One-and-Done Prozesse. Sie werden bei der Volksbank Stuttgart eG erfolgreich umgesetzt.

Keine andere Bank steht stärker für regionale Nähe und Heimatverbundenheit als die Genossenschaftsbank. Es entspricht ihrer DNA, ihrem Markenkern. Sie ist die Bank vor Ort. Auch die Volksbank Stuttgart eG ist mit rund 60 Filialen flächendeckend in der Region vertreten. Allerdings erwarten Kunden zunehmend flexible und ortsunabhängige Bankdienstleistungen, wie beispielsweise Online Banking oder einen Finanzstatus per Smartphone. Die Folge: Die Kundenfrequenz in den Filialen nimmt spürbar ab.

Wie kann also eine Bank nahbar und persönlich und zugleich digital sein? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich seit einiger Zeit die Genossenschaftliche FinanzGruppe. Nach dem Prinzip „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ entwickeln sie digitale Service-Angebote, aber auch Prozessoptimierungen für die gesamte Gruppe. Ein Beispiel ist die Initiative „One-and-Done-Prozesse“.

Prozesse selbstständig abwickeln

Mit One-and-Done sind Prozesse gemeint, die ein Kunde selbst online abschließen kann, also ohne Zutun des Beraters. Eine Adressänderung zum Beispiel. Die Volksbank Stuttgart eG hat im Rahmen der One-and-Done-Initiative bereits 17 Serviceund Produktabschlussprozesse in ihren Online Banking-Bereich integriert, darunter die Auslandsreisekrankenversicherung oder die Bestellung ausländischer Währungen. Weitere Prozesse sind in Planung oder stehen kurz vor der Einführung. Um diese Möglichkeiten voll auszuschöpfen, ist – neben der technischen Infrastruktur – auch ein organisatorischer Rahmen erforderlich. Unternehmen müssen ihre Prozesse genau kennen, ihre Steuerung immer wieder kontrollieren und bei Veränderungen anpassen – am besten über ein integriertes Prozessmanagement.

Bei der Volksbank Stuttgart eG kümmern sich nicht nur Prozessorganisatoren um die Effizienz aller Prozesse. In interdisziplinären Prozesszirkeln werden laufend Anpassungsmöglichkeiten diskutiert und auf dieser Basis die bestehende und die virtuelle Arbeitswelt miteinander vernetzt.

Regionale Nähe funktioniert auch im Web
Nahbar sein heißt, erreichbar sein, und das funktioniert auch im Netz. Der Kunde entscheidet selbst, auf welchem Weg er die Leistung einer Bank in Anspruch nimmt – ob er lieber die Filiale aufsucht oder den Bausparvertrag online abschließt. Die persönliche Beratung ist eine Option von vielen, die die Volksbank Stuttgart eG ihren Kunden anbietet. Hinzu kommen: das Kundendialog-Center, die Serviceterminals in (SB-) Filialen und eben zahlreiche digitale Angebote.

Vorteile für den Kunden:

  • Zeitersparnis, da keine Wegzeiten zur Bank
  • Nicht an Öffnungszeiten gebunden
  • Freie Wahl zwischen Nutzung einer Beratung oder Onlineabschluss

Vorteile für die Bank:

  • einheitliche und standardisierte Prozesse
  • keine Nachbearbeitung, da Fall abgeschlossen
  • keine Übertragungs- und Eingabefehler

Sechs Serviceprozesse und elf Produktabschlussprozesse der One-and-Done-Prozesse

können Kunden der Volksbank Stuttgart eG derzeit online durchführen.

Serviceprozesse
Produktabschlussprozesse
Adressänderung Kontoeröffnung VR-Cash Online
Änderung des Dispositionskredits Kontoeröffnung VR-FlexSparen
Erteilung Freistellungsauftrag Kontoeröffnung VR-TerminGeld
Einrichtung Elektronisches Postfach Kontoeröffnung VR-WachstumSparen
Änderung Überweisungslimits Kontoeröffnung VR-GewinnSparen
Kontoeröffnung Neukunde Abschluss easyCredit
  Abschluss Auslandsreisekrankenversicherung
  Abschluss Bausparvertrag
  Bestellung Währungen
  Bestellung Edelmetalle
  Eröffnung Wertpapierdepot

Voraussetzung, um die One-and-Done-Angebote zu nutzen: Der Kunde ist für das Online Banking der Volksbank Stuttgart eG registriert. Neukunden können direkt auf der Startseite der Volksbank Stuttgart eG ein Girokonto beantragen. Die Legitimation erfolgt über das VR-Video Ident Verfahren via Computer oder Smartphone.

Online-Banking

Online Banking

Ran an die TAN

Die neue EU-Richtlinie PSD2 hat auch bei der Volksbank Stuttgart eG zu einigen Änderungen geführt. Im Sinne der Kunden.

Der eine oder andere wird nach dem Login zum Online Banking überrascht gewesen sein: Auf einmal wird nach einer zusätzlichen TAN-Eingabe gefragt. Noch so eine bürokratische Hürde!

Mehr Sicherheit im Zahlungsverkehr
Die neue Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Service Directive 2), die diese neue Vorgehensweise vorgibt, soll in erster Linie die Daten der Bankkunden und damit ihre Finanzen schützen. Am 14. September 2019 trat die zweite Stufe der EU-Richtlinie in Kraft. Sie beinhaltet unter anderem die Verpflichtung zu einer starken Kundenauthentifizierung, mit dem Ziel, die Sicherheit im Zahlungsverkehr zu erhöhen und den Verbraucherschutz zu stärken. Auch die Volksbank Stuttgart eG hat die entsprechenden Maßnahmen eingerichtet.

Öffnung der Konto-Schnittstellen für Dritte
Und noch etwas ändert sich: Zukünftig dürfen auch sogenannte Drittdienstleister auf die Kundendaten des kontoführenden Finanzinstituts zugreifen – vorausgesetzt, die Einwilligung des Kontoinhabers liegt vor. Drittdienstleister sind Nichtbanken, die Kontoinformationsdienste und Zahlungsauslösedienste anbieten. Die Einwilligung gilt immer für 90 Tage und muss anschließend durch den Kontoinhaber erneuert werden.

PSD2 – das ändert sich für die Kunden der Volksbank Stuttgart eG

Online Banking
Änderungen bei Anmeldung,
Umsatzabfrage und Finanzmanager
• Zusätzliche TAN-Eingabe alle 90 Tage
beim Login zum Online Banking
• Das gilt auch für Umsatzabfragen,
die länger als 90 Tage zurückliegen
• Zusätzliche TAN-Eingabe bei jedem
Aufruf des Finanzmanagers
Online Banking
VR-Banking App     
Änderungen bei Anmeldung,
Umsatzabfrage und Finanzmanager
• Eingabe der TAN entfällt, wenn die
Gerätebindung eingerichtet wurde
(in der VR-Banking App unter
„Einstellungen“)
• Besteht keine Gerätebindung, ist eine
zusätzliche TAN-Eingabe bei jedem
Login erforderlich
• Der Finanzmanager ist via
App nicht mehr verfügbar
VR-Banking App
Zugriff auf Girokonto oder
Geschäftskonto
Öffnung der Konto-Schnittstellen
für Drittdienstleister
• Liegt eine Einwilligung vor, dürfen
Drittanbieter über die „Kontenschnittstelle
für Dritte Zahlungsdienstleister“
Zahlungen auslösen oder Kontoinformationen
abrufen.
• Die Erteilung von Berechtigungen
erfolgt über die Zugriffsverwaltung
im Online Banking
Zugriff auf Girokonto oder Geschäftskonto

Erklärfilm PSD 2

Anreizsysteme

Genossenschaftliche Beratung

Im Mittelpunkt steht der Kunde

Aus dem Prinzip der Mitgliedschaft resultiert eine besondere Form der Beratung: Die genossenschaftliche Beratung. Ihre Standards sind allgemeingültig festgeschrieben.

Genossenschaftsbanken wie die Volksbank Stuttgart eG sind ihren Kunden in besonderer Weise verpflichtet. Denn: Ein nicht unerheblicher Teil der Kunden sind zugleich Teilhaber der Bank. Wer Kunden zu Miteigentümern macht, verkauft nicht einfach nur Bankprodukte. Er rückt Wünsche, Ziele und Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt seiner Beratung.

Konkret bedeutet das, dass der Kunde zunächst seine Situation und seine Vorstellungen schildert. Auf dieser Basis entwickelt der Berater ein individuell zugeschnittenes Finanzkonzept, das die Ziele des Kunden im Blick behält. Darauf basieren dann die Produktempfehlungen. Da das Leben sich nicht immer genau planen lässt, kann der Finanzplan an sich ändernde Lebensumstände angepasst werden.

Die Beratung orientiert sich stets an drei Grundsätzen: Sie soll ehrlich, verständlich und glaubwürdig sein. Das heißt, dem Kunden werden Vor- und Nachteile der einzelnen Produkte genau erläutert. Und ihm wird offen gesagt, wenn Wünsche vielleicht auch nicht erfüllbar sind.

Nachweislich gut
Erneut hat die Volksbank Stuttgart eG die Gesamtnote „Sehr gut“ erhalten, und das gleich in zwei Kategorien: „Beste Beratung für Privatkunden“ und „Beste Beratung bei Baufinanzierungen“. Die Auszeichnung erfolgt im Auftrag der Tageszeitung „DIE WELT“. Bewertet werden die Banken von unabhängigen Banktestern des Deutschen Instituts für Bankentests.

Auch beim FOCUS-MONEY CityContest erzielte Baden-Württembergs größte Volksbank hervorragende Ergebnisse: Als 10-Jahres-Sieger für Privatkundenberatung ging sie im August 2019 als Erstplatzierte hervor. In der Firmenkundenberatung wurde die Volksbank Stuttgart eG Testsieger in Waiblingen.

In Kooperation mit FOCUS-MONEY prüft das Institut für Vermögensaufbau (IVA) die Qualität der Privatkunden- und Firmenkundenberatung in über 300 deutschen Städten. Ausgezeichnet wird die Bank, die insgesamt die beste Beratungsleistung und den überzeugendsten Service bietet.

EV oder LEV?
Neben der tariflichen Bezahlung bietet die Volksbank Stuttgart eG ihren Mitarbeitern zwei verschiedene Vergütungsarten:

  • Ergebnisorientiert Vergütung (EV)
    Sie richtet sich überwiegend an die Beschäftigten aus den Bereich Produktion und Steuerung. Bemessungsgrundlage ist die Erreichung der Unternehmensziele.
  • Leistungs- und erfolgsorientierte Vergütung (LEV)
    Sie richtet sich überwiegend an die Beschäftigten im Vertrieb. Die Mitarbeiter sind an der Erreichung der Unternehmensziele beteiligt. Wichtige Bemessungsgrundlagen sind die Anzahl der BEratungen sowie deren Qualität nach genossenschaftlichen Kriterien.

Die genossenschaftliche Beratung

Siegel

Anreizsysteme / Kontrolle

Kodizes und Grundsätze

Werte sind die besseren Regeln

Regeltreue fängt beim eigenen Verhalten an.

Verhaltenskodex

Der Erfolg der Volksbank Stuttgart eG basiert auf ihrer hohen Reputation und dem großen Vertrauen in die hohe Leistungsfähigkeit und absolute Integrität der Bank. Daher kommt der Sicherung des Ansehens der Bank und dem jederzeit regelkonformen Verhalten ihrer Vorstandsmitglieder, Führungskräfte und Mitarbeiter eine entscheidende Bedeutung zu.

Die in unserem Verhaltenskodex zusammengefassten Verhaltensgrundsätze bilden einen transparenten, ethisch-moralischen Werterahmen, der die Grundhaltung unserer  genossenschaftlichen Volksbank widerspiegelt. Diese Grundsätze verstehen sich als Mindeststandards für das Verhalten aller Mitarbeiter. Sie ersetzen nicht die gesetzlichen Vorschriften und die detaillierten internen Richtlinien und Weisungen, sondern sie ergänzen diese.

Korruptionsbekämpfung

Das aktive Einbinden der Compliance-Funktion in neue oder zu ändernde Verfahren, Prozesse, Produkte und Systeme beinhaltet auch die Einbindung bei der Festlegung von Vergütungsregelungen, der Aufstellung von Vergütungsgrundsätzen, der Mitwirkung bei Regelungen der leistungsbezogenen Bezahlung und der Überwachung von deren Einhaltung, zum Beispiel dadurch, dass die Compliance-Funktion darüber wacht, dass Vergütungssysteme nicht dazu geeignet sind, Kunden gegen deren Interessen zu beraten und zu unangemessenen und ungeeigneten Produktabschlüssen zu führen. Rechtlich wird dies durch die vertragliche Implementierung eines kundenorientierten Vergütungsvorbehalts untermauert.

Weiterhin ist die Ausgestaltung eines Kodex zur Annahme wie auch zur Gewährung von Zuwendungen Gegenstand der Compliance-Funktion und deren Überwachungsaufgaben gemäß den Regelungen des Verhaltenskodex.

Schließlich hat die Volksbank Stuttgart eG zur Prävention unzulässiger Handlungen ein Hinweisgebersystem etabliert, welches Mitarbeitern die Möglichkeit eröffnet, direkt an zentraler Stelle ihre Wahrnehmungen von regelwidrigem Verhalten, ernsthaften Verstößen und sonstigen Verfehlungen unter Wahrung der Vertraulichkeit ihrer Identität platzieren zu können.

Schutz vor Missbrauch

Sowohl das aktive Einbinden der Compliance-Funktion in neue oder zu ändernde Verfahren, Prozesse, Produkte und Systeme als auch Stichproben, regelmäßige Evaluierungen und Kontrollen der Compliance-Funktion gewährleisten die nachhaltige Wirksamkeit der Regelkonformität von vorgenommenen, aber auch bewusst unterlassenen Maßnahmen und Handlungen und der systematischen Minimierung von Compliance-Risiken.

Zur Abwendung von Schäden am Vermögen der Bank steht die Compliance-Funktion im Rahmen ihrer Aufgaben, Pflichten und Befugnisse zum regelkonformen und straffreien Auftreten der Bank, ihrer Mitarbeitenden und ihrer Kundschaft in aktivem Austausch und uneingeschränkter Kooperation mit den Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden. Zur  Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug ist diese Aufstellung  unabdingbar. Hierzu gehört auch zur Prävention von Wirtschaftskriminalität und unzulässigen Handlungen ein Hinweisgebersystem, welches Mitarbeitenden die Möglichkeit eröffnet, direkt an zentraler Stelle ihre Wahrnehmungen von regelwidrigem Verhalten, ernsthaften  Verstößen und sonstigen Verfehlungen unter Wahrung der Vertraulichkeit ihrer Identität platzieren zu können.

Vergütungsgrundsätze

Die Volksbank Stuttgart eG legt in ihren Organisationsrichtlinien Grundsätze zu den Vergütungssystemen fest. Unsere Vergütungssysteme sehen keine einzelproduktbezogene Vergütung für den Vertrieb von Finanzinstrumenten vor. Dies bedeutet, dass darauf verzichtet wird, die Höhe variabler Vergütungsleistungen daran auszurichten, dass ein oder mehrere bestimmte Produkte jeweils mit einem bestimmten Umsatz, Volumen oder Ertrag verkauft werden.

Negative Anreize zur Eingehung unverhältnismäßig hoher Risikopositionen oder negative Anreize, die zur Beeinträchtigung von Kundeninteressen führen, gehen von den  Gehaltsbestandteilen nicht aus. Das Verhältnis von variabler und fixer Vergütung wird den einschlägigen Vorschriften des Kreditwesengesetzes sowie der Institutsvergütungsverordnung gerecht.

Compliance-Funktion

Alles, was Recht ist

Mit verschiedenen Maßnahmen sorgt die Volksbank Stuttgart eG dafür, dass gesetzliche Standards eingehalten und umgesetzt werden.

Die Volksbank Stuttgart eG erfüllt mit der Ausführung der Compliance-Pflichten nach den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (Compliance MaRisk), der Wertpapier Compliance (WpHG-Compliance), der Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug (Zentrale Stelle KWG) ein wesentliches Nachhaltigkeitskriterium: Die Compliance Funktion ist integraler Bestandteil des Risikomanagements und Kontrollkonzeptes der Volksbank Stuttgart eG und fördert damit das nachhaltige Fortbestehen des Unternehmens (going concern), indem der Schaden aus operationellen, insbesondere rechtlichen Risiken auf das Vermögen der Bank verhindert wird (Institutsschutz). Dem volkswirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen und nicht zuletzt genossenschaftlichen Auftrag der Bank, die Versorgung der Mitglieder und der Kundschaft mit Geld und Krediten sowie der Allokation von Kundengeldern, wird hiermit verantwortungsbewusst und nachhaltig Sorge getragen.

Elektronische Überwachungsfunktionen
Die Kontrollinstrumente der digitalen Welt setzen an den dortigen Transaktionen an. Wertpapiertransaktionen werden mit Hilfe elektronischer Überwachungsfunktionen zeitnah auf regel- und aufsichtskonformes Verhalten untersucht. Zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstiger strafbarer Handlungen kommt ein indizien- und filtergesteuertes Screeningsystem zum Einsatz. So werden täglich sämtliche Wertpapier- wie auch Zahlungstransaktionen des Bankgeschäftes nach entsprechenden Auffälligkeiten durchleuchtet, um zeitnah unrechtmäßige Transaktionen zu unterbinden beziehungsweise die Strafverfolgungsbehörden oder die Bankenaufsicht darüber in Kenntnis zu setzen.

Nachhaltiges Beschwerdemanagement
Self-Audits sind ein Bestandteil des Kontrollkonzeptes zum Verbraucherschutz, nach welchem die Vertriebsbereiche über Selbstkontrollen auch die Einhaltung von Kundeninteressen überwachen und steuern. Dessen ungeachtet betreibt die Volksbank Stuttgart eG ein Qualitätsmanagementsystem, über welches gemeldete Kundenbeanstandungen zeitnah, systematisch und qualifiziert bearbeitet werden und persönlichen oder systemischen Mängeln umgehend qualitätsverbessernd begegnet wird.

Rechtsmonitoring, Beratung und Informationsveranstaltungen
Gesetzes- und regelkonformes Verhalten im Sinne des Institutsschutzes setzt die Compliance- Funktion über Rechtsmonitoring um, verbunden mit der Beratung des Vorstandes sowie digitaler Information, Coaching und Präsenzveranstaltungen für das Management und die Belegschaft, nicht zuletzt durch Sicherstellung der normativen und ablauforganisatorischen Implementierung und Umsetzung wesentlicher Regelungen.

Ein Kontrollmechanismus innerhalb der Compliance-Pflichten: Täglich werden mittels elektronischer Überwachungsfunktionen sämtliche Wertpapier- und Zahlungstransaktionen nach Auffälligkeiten durchleuchtet.
Ein Kontrollmechanismus innerhalb der Compliance-Pflichten: Täglich werden mittels elektronischer Überwachungsfunktionen sämtliche Wertpapier- und Zahlungstransaktionen nach Auffälligkeiten durchleuchtet.

Innovations- und Produktmanagement

Nachhaltige Geldanlage

Den richtigen Partner an der Seite

Der Fondspartner der Volksbank Stuttgart eG, Union Investment, ist Vorreiter in Sachen nachhaltige Geldanlage.

Nachhaltig anlegen
Nachhaltig anlegen

Friday for Future – die jugendliche Bewegung mag für Kontroversen sorgen, aber ihr ist eines gelungen: Sie hat Millionen von Menschen aufgerüttelt und den Klimaschutz ganz oben auf die Agenda gesetzt. Zudem verstärkt sie einen globalen Trend. Immer mehr Menschen legen Wert auf Nachhaltigkeit, um den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne dabei die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden.

Damit steigt auch die Bedeutung alternativer Geldanlagen. Laut dem Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. wurden allein in Deutschland im Jahr 2018 über 40 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds und Mandate angelegt. Die Summe dieser Anlageformen belief sich Ende 2018 auf insgesamt 133,5 Milliarden Euro und hat sich somit im letzten Jahrzehnt weit mehr als verzehnfacht.

Die Volksbank Stuttgart eG ist in Sachen nachhaltige Geldanlage gut aufgestellt: Ihr Fondspartner Union Investment setzt bereits seit drei Jahrzehnten auf nachhaltige Fondslösungen. Gemessen am verwalteten Vermögen von 53,06 Milliarden Euro (Stand Dezember 2019) ist die Gesellschaft, die zur genossenschaftlichen FinanzGruppe gehört, Marktführer bei nachhaltig anlegenden Investmentfonds in Deutschland.

Viele gute Gründe

Quelle: Union Investment. Stand: Februar 2020

Viele Anleger entscheiden sich aus sozialen, ethischen und ökologischen Aspekten für nachhaltige Fonds. Es gibt aber auch jene, die ihre Geldanlage insgesamt breiter aufstellen wollen. Die eine Alternative zu niedrig verzinsten Anlagen suchen oder die aufgeschlossen sind für langfristiges Sparen. Dass sich nachhaltige Fonds auf lange Sicht auszahlen, bestätigen auch unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen.1 Demnach würden nachhaltige Anlagestrategien durchschnittlich eine stabilere Wertentwicklung aufweisen und besser in der Lage sein, Risiken zu vermeiden.

Zu den gefragten Lösungen für private Anleger zählen bei Union Investment beispielsweise nachhaltige Multi-Asset-Fonds. Das sind moderne Anlagekonzepte, die über verschiedene Anlageklassen und -instrumente viele Ertragsquellen erschließen und gleichzeitig für eine breite Streuung sorgen. Trotz Vorteilen gibt es auch hier Risiken, etwa das Risiko marktbedingter Kursschwankungen oder das Ertragsrisiko. Auch die individuellen Ethikvorstellungen des Anlegers können von der Anlagepolitik solcher Fondsanlagen abweichen.

Prämierte Nachhaltigkeit

Dass Nachhaltigkeit zur Kernkompetenz von Union Investment zählt, bestätigen auch unabhängige Experten. So hat die von den Vereinten Nationen unterstützte Organisation PRI (Principles for Responsible Investment) Union Investment im September 2019 für den übergreifenden Ansatz zur Verankerung von verantwortlichem Investieren die Bestnote A+ verliehen. Und mit den German Fund Champions 2020, einem neuen Fondspreis für Fondsgesellschaften mit breiter Fondspalette in Deutschland, hat sich Union Investment in der Kategorie „ESG/ Nachhaltigkeit“ im November 2019 durchsetzen können.²

1 Zum Beispiel die Analyse „Nachhaltige Investments“, Ausgabe 3/2018 der Absolut Research GmbH.
2 Die Fonds-Champions-League wird von der f-fex AG in Zusammenarbeit mit finanzen.net in fünf Kategorien ausgetragen. In den Kategorien Aktien, Renten, Mischfonds und ESG/Nachhaltigkeit treten jeweils 20 Gesellschaften gegeneinander an. In der Kategorie ETFs sind es zehn Anbieter.

„Unser Ziel ist es, die Welt ein kleines Stück besser zu machen“

Dr. Henrik Pontzen, Leiter der Abteilung ESG im Fondsmanagement von Union Investment, informiert, wie der Fondspartner der Volksbank Stuttgart eG bei der Auswahl der Titel vorgeht.

Dr. Henrik Pontzen leitet seit Januar 2019 die Abteilung ESG im Portfoliomanagement von Union Investment.
Dr. Henrik Pontzen leitet seit Januar 2019 die Abteilung ESG im Portfoliomanagement von Union Investment.

Herr Dr. Pontzen, wer nachhaltig investieren will, muss auf Rendite verzichten und/oder höhere Risiken tragen. Ein Vorurteil?
Wir berücksichtigen bei unseren nachhaltigen Anlagelösungen ökologische und soziale Aspekte und achten darauf, nach welchen Regeln sich ein Unternehmen organisiert. Diese Kriterien stehen nicht im Widerspruch zu unserem Ziel der stabilen Mehrung des Vermögens unserer Kunden, sondern unterstützen und ergänzen es. Unternehmen, die in der öffentlichen Berichterstattung mit Themen wie Umweltverschmutzung, Kinderarbeit oder Korruption in Verbindung gebracht werden, sind keine lukrative Anlage.

Sie sind Leiter der ESG-Abteilung, die bei Union Investment für den Bereich Nachhaltigkeit zuständig ist. Was verbirgt sich hinter diesen Buchstaben?
ESG ist das Kürzel für „Environment, Social und Governance“, also „Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung“. Nach diesen Kriterien überprüfen wir Investmentmöglichkeiten weltweit, um die besten Unternehmen für unsere Fonds herauszufiltern.

Wie funktioniert das genau?
Spezialisierte Datendienstleister versorgen uns täglich mit Nachhaltigkeitsinformationen aus aller Welt in Bezug auf soziale Aspekte, verantwortungsvolle Unternehmensführung und Umweltkriterien. Dabei werden selbstverständlich Vorfälle, wie beispielsweise der Dammbruch einer Vale-Mine in Brasilien im Januar 2019, einbezogen. Unsere Nachhaltigkeitsexperten analysieren diese Daten und verknüpfen sie mit eigenen Research- Ergebnissen. So erstellen wir das Union Investment NachhaltigkeitsRating, mit dem wir den Grad der Nachhaltigkeit von Unternehmen messen. Das Rating und die Daten sind auf SIRIS gespeichert, einer von Union Investment selbst entwickelten Datenbank mit inzwischen circa 72.000 Wertpapieren von rund 10.000 Emittenten aus 95 Staaten (Stand: Februar 2020).

Worauf kommt es neben dem NachhaltigkeitsRating noch an?
Zusätzlich gibt es Ausschlusskriterien. Dazu zählen zum Beispiel Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung oder Korruption. Für unsere Fonds kommen nur Unternehmen infrage, die diesen Filterprozess überstanden haben. Bei unseren Nachhaltigkeitsfonds legen wir noch strengere Kriterien an.

Herr Dr. Pontzen, das heißt, Ihre Erkenntnisse kommen nicht nur bei den nachhaltigen Fonds zur Anwendung?
Genau, unsere Fondsmanager nutzen die ESG-Kriterien auch beim konventionellen Investieren. Denn Nachhaltigkeit verbessert das Risikomanagement und stärkt die mittel- bis langfristige Rendite.

Sie engagieren sich bei den Unternehmen, in die Union Investment investiert, auch aktiv für Nachhaltigkeit.
Richtig. Wir führen pro Jahr rund 500 Gespräche mit führenden Unternehmensvertretern explizit über Nachhaltigkeitsthemen. Außerdem nehmen wir durch Stimmrechtsausübung und Redebeiträge auf Hauptversammlungen gezielt Einfluss auf die Unternehmen. Mit insgesamt über 360 Milliarden Euro verwaltetem Kundenvermögen werden unsere Argumente sehr ernst genommen.

Wie ist Ihr Ausblick für das Thema Nachhaltigkeit bei Union Investment?
Wir arbeiten darauf hin, dass die Berücksichtigung von nachhaltigen Aspekten selbstverständlich wird. Daneben ergreifen wir die Chancen der Digitalisierung, um so auf Basis von umfänglicheren und präziseren Daten und genaueren Analysen unseren Kunden passgenaue Angebote machen zu können. Unser Ziel ist es, durch nachhaltiges Investieren das Vermögen unserer Kunden zu mehren und die Welt ein kleines Stück besser zu machen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Dr. Pontzen.

Beteiligung von Anspruchsgruppen

Gremien und Beiräte

Eine Bank zum Mitmachen

Die Mitglieder der Volksbank Stuttgart eG sind Bankiers mit Stimmrecht. Damit kommen Sie einer alten Tradition nach: dem genossenschaftlichen Grundprinzip.

Die Genossenschaft lebt von der Beteiligung ihrer Mitglieder – vom Diskurs. Um diesem Raum zu geben, hat die Volksbank Stuttgart eG verschiedene Gremien eingerichtet, in denen sich auch junge Menschen einbringen können.

Genossenschaften stehen hoch im Kurs

Das genossenschaftliche Grundprinzip, das Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland seinen Anfang nahm, wurde 2016 zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Ein Erfolgsmodell. Aktuell verzeichnen die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland rund 18,5 Millionen Mitglieder. Tendenz steigend, auch bei der Volksbank Stuttgart eG. Sie ist mit fast 174.000 Mitgliedern die größte Volksbank Baden-Württembergs. Über diverse Institutionen können sich die Bankiers, die zugleich Miteigentümer und Kunden der Bank sind, an der Ausrichtung des Unternehmens beteiligen – per Stimmzettel und indem sie Empfehlungen und Anregungen einbringen.

Echte Basisdemokratie – die Vertreterversammlung
Ein entscheidendes Gremium ist die Vertreterversammlung, in der Vorstand und Aufsichtsrat Rechenschaft über ihre Tätigkeit ablegen. Hier stellen die gewählten Mitgliedervertreter den Jahresabschluss fest, entscheiden über die Verwendung des Überschusses, stimmen Satzungsänderungen zu und stellen Fragen zur Geschäftsentwicklung der Bank. Auch die Höhe der Dividende wird von ihnen abgesegnet. Auf diese Weise nehmen die Mitglieder aktiv Einfluss auf die Unternehmenspolitik der Bank.

Die Vertreter und Ersatzvertreter werden grundsätzlich alle vier Jahre gewählt. Vorbereitet und durchgeführt wird die Vertreterwahl vom Wahlausschuss, der aus sechs Mitgliedern des Aufsichtsrats, zwölf Mitgliedern der Genossenschaft und den Vorstandsmitgliedern besteht.  

Gremien und Beiräte

Stimmungsbarometer und wichtige Impulsgeber – der Regionalbeirat

Eine weitere wichtige Institution – und eine, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht – sind die regionalen Beiräte sowie seit 2017 der Jugendbeirat. In allen neun Direktionen der Volksbank Stuttgart eG existiert jeweils ein Regionalbeirat, bestehend aus mindestens neun Mitgliedern. Bei der Volksbank Stuttgart engagieren sich insgesamt 176 Personen als regionale Beiräte. Zwischen Beiratsmitgliedern und Regionaldirektoren herrscht ein reger Informations- und Erfahrungsaustausch. Davon profitieren beide Seiten: Die Bank ist nah an dem, was die Menschen in ihrem Geschäftsgebiet bewegt, während die Beiräte über die aktuelle Geschäftsentwicklung informiert werden. Letztere fungieren dabei als „Kurier“ zwischen Kunden und Bank: Sie tragen Wahrnehmungen, Stimmungen und Bedürfnisse nach innen und wertvolle Einschätzungen nach außen.

Was wünschen sich junge Menschen? – der Jugendbeirat
Als eine der ersten Volksbanken in Deutschland hat die Volksbank Stuttgart eG 2017 einen Jugendbeirat ins Leben gerufen. Hier geht es darum, die Wünsche und Bedürfnisse der jungen Generation in Erfahrung zu bringen. Und zwar nicht nur mit Hilfe einer in Auftrag gegebenen Studie, sondern im direkten Austausch.

Der zentrale Jugendbeirat der Volksbank Stuttgart eG besteht aus 18 Mitgliedern im Alter zwischen 18 und 27 Jahren. Sie stammen aus allen Teilen der Region, machen eine Ausbildung, studieren oder arbeiten. In regelmäßigen Beiratssitzungen tauschen sie sich mit dem Vorstand darüber aus, was junge Menschen bewegt und was sie von einer modernen und vertrauenswürdigen Bank erwarten. Themen sind digitale Bezahlsysteme und Vernetzung, aber auch Sicherheitsstandards, Transparenz und ethische Werte. Die Volksbank Stuttgart eG erfährt aus erster Hand, in welche Richtung sich ein traditionelles, genossenschaftliches Geldinstitut in Zukunft entwickeln muss.

Ein Girokonto allein genügt nicht, um sich im Jugendbeirat zu engagieren. Man muss Mitglied, also Bankier der Volksbank Stuttgart eG sein und eine aktive Geschäftsverbindung mit der Bank unterhalten. Der Beruf spielt keine Rolle. Die Mitglieder des Jugendbeirats nehmen an der jährlich stattfindenden Gesamtbeiratssitzung mit allen Aufsichtsrat- und Regionalbeiratsmitgliedern teil. Auf die Weise ist das noch junge Gremium als eigenständige Institution fest in der Struktur der Bank verankert.

Kundenportrait Bio-Metzgerei Hoflieferant Munz

Qualität ist ihm nicht wurscht

Der Hoflieferant ist eine traditionelle handwerkliche Bio-Metzgerei mit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zugleich ein moderner Betrieb. Kooperationen mit Startup-Unternehmen in puncto recycelbarer Mehrwegverpackungen sind ebenso gang und gäbe wie mobiles Bezahlen mit dem Smartphone.
Der Hoflieferant ist eine traditionelle handwerkliche Bio-Metzgerei mit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zugleich ein moderner Betrieb. Kooperationen mit Startup-Unternehmen in puncto recycelbarer Mehrwegverpackungen sind ebenso gang und gäbe wie mobiles Bezahlen mit dem Smartphone.

Vollblut-Metzger bis ins Mark - Reiner Munz hat seinen Betrieb komplett auf Bio umgestellt. Zum Wohl der Tiere, der Umwelt und der Qualität.

Bratwurst, Mettwurst, Leberwurst – in Deutschland geht es um die Wurst. Rund 1.500 verschiedene Sorten gibt es hierzulande. Gut 30 Kilogramm Wurst verdrückt der Bundesbürger im Schnitt pro Jahr. Das macht aber nur die Hälfte seines gesamten Fleischverzehrs aus. Rechnet man Schnitzel, Steak & Co. hinzu, liegt der Verzehr aktuell bei rund 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Auch in Sachen Fleischproduktion lassen sich die Deutschen nicht die Wurst vom Brot nehmen: Allein im ersten Halbjahr 2019 wurden, laut statistischem Bundesamt, 3,9 Millionen Tonnen Fleisch verarbeitet. In Anschluss daran wird es billig verkauft, ein Großteil davon ins Ausland. Der Preis ist hoch: Tierquälerei, verunreinigtes Grundwasser, Klimaschäden und erhöhte Gesundheitsrisiken sind die Folgen der maßlosen Fleischwirtschaft. Während Politiker noch darüber streiten, ob Steuererhöhung das Mittel der Wahl sei, um Fleisch wieder aufzuwerten, können Konsumenten selbst aktiv werden. Zum Beispiel bewusst einkaufen. Bei Metzgereien wie der von Reiner Munz.

Interview mit Reiner Munz (Hoflieferant Munz)

Von der Weide auf den Teller – das Prinzip der kurzen Wege

Bio-Metzgerei Hoflieferant Munz

Die Bio-Metzgerei Hoflieferant beliefert nicht etwa Königshäuser, wie der Name vermuten lässt. Metzgermeister Munz bringt hochwertiges Bio-Fleisch vom Hof in die Stadt. Und zwar in seine Metzgerei im Organix Bio-Supermarkt in Stuttgart-Feuerbach, in der er auch einen Mittagstisch betreibt. Schonend und auf möglichst kurzen Wegen. Dabei arbeitet er eng mit Bio-Bauern aus der Region zusammen. Das Geflügel bezieht er von der Enz, Schweine und Rinder aus dem Ostalbkreis und der Region Hohenlohe und das Wild aus dem Welzheimer Wald. „Die Bauern bringen die Tiere zum örtlichen Metzger, damit sind kurze Transportwege sichergestellt. Dort werden sie geschlachtet und wir holen sie mit dem Kühlauto ab“, erklärt Reiner Munz den Ablauf. Vom Schlachter geht es zum Standort nach Steinenberg zwecks Weiterverarbeitung. Anschließend werden die Fleisch- und Wurstwaren nach Feuerbach ins Ladengeschäft gebracht. „Wir haben sogar schon Tiere direkt auf der Weide erlegt. Auf die Weise ersparen wir ihnen den stressigen Transport.“

Strenge Auflagen für Bio-Fleisch
Bei einer nachhaltigen Prozesskette sind alle Akteure – vom Erzeuger über den Schlachter bis hin zum Metzger – gemäß der EU-Bio-Verordnung oder entsprechend der Bio-Anbauverbände wie Demeter, Naturland oder Bioland zertifiziert. Für die grüne Seite heißt das: genügend Platz im Stall, inklusive Auslauf oder Weidegang, keine Spaltenböden, dafür Einstreu wie Stroh oder Sägespäne, hofeigenes Futter und keine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika und Hormonen. Jeder Hof muss ausreichend Fläche zur Verfügung haben, um genügend Futtermittel anzubauen und die Gülle so auszubringen, dass die Böden nicht überdüngt werden. Danach bemisst sich die Anzahl der Tiere. Auch Schlachtung und Verarbeitung unterliegen tier- und umweltfreundlichen Auflagen. Die Transportzeit beispielsweise darf eine bestimmte Dauer nicht überschreiten. Und: Bei der Herstellung von Wurstwaren dürfen Hilfs- und Zusatzstoffe, wenn überhaupt, nur in reduzierter Menge eingesetzt werden. Reiner Munz und sein Team verwenden für ihre Produkte ausschließlich Rohgewürze.

Aufklärung in Sachen Aufschnitt

Ob traditioneller Steinenberger Rauchschinken oder ein ordentliches T-Bone-Steak – das Ergebnis schmeckt und sieht man. „Ein gutes Stück Fleisch hat eine feine Fettmarmorierung. Die bringt den Geschmack“, schwärmt Reiner Munz, der von sich selbst sagt, er esse einen Tick zu viel von seiner eigenen Ware. Seinen Kunden rät er, lieber weniger Fleisch zu essen, dafür aber auf Qualität zu achten. Der Gesundheit und der Umwelt zuliebe. Billiges Discounter Fleisch geht für ihn auf keine Kuhhaut. „Für Billigfleisch zahlt die Umwelt, das Tier und damit wir einen hohen Preis“, merkt Herr Munz an. Er ist ein Überzeugungstäter, der mit Aufklärungsarbeit in Sachen Fleisch auch einen Bewusstseinswandel erreichen möchte. Immer wieder lädt er Bauern und Erzeuger ein, um ihre Arbeit zu präsentieren. Sein Slogan: „Fleisch ist ein wertvolles Produkt. Ein Tier hat sein Leben dafür gegeben.“

Der Hoflieferant ist eine traditionelle handwerkliche Bio-Metzgerei mit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und zugleich ein moderner Betrieb. Kooperationen mit Startup-Unternehmen in puncto recycelbarer Mehrwegverpackungen sind ebenso gang und gäbe wie mobiles Bezahlen mit dem Smartphone.