Ressourcenmanagement

Maßnahmen

Sparen zugunsten der Umwelt

Die Volksbank Stuttgart eG hat auch 2018 eine Reihe von Maßnahmen um- und fortgesetzt und ihre Ökobilanz verbessert.

Neben der umweltfreundlichen Sanierung der Gebäudeinfrastruktur gehört zum Umweltprogramm der Volksbank Stuttgart eG vor allem die Digitalisierung interner Prozesse. Denn unterm Strich bedeuten weniger Papier-, Druck- und Transportkosten auch: weniger Emissionen.

Sparen zugunsten der Umwelt

Regionaldirektion Schorndorf

Leuchtendes Vorbild

Mit einem durchdachten LED-Lichtkonzept und neuer Innenausstattung präsentiert sich die Regionaldirektion Schorndorf nach dem Umbau als gutes Beispiel in Sachen Energieeffizienz und zukunftsweisendem Design.

In der umgebauten Regionaldirektion Schorndorf sind persönliche Beratung und digitale Anwendungen perfekt vereint.
In der umgebauten Regionaldirektion Schorndorf sind persönliche Beratung und digitale Anwendungen perfekt vereint.

Nach 23 Jahren war es an der Zeit, die Räume der Regionaldirektion Schorndorf nach neuen Erkenntnissen zu modernisieren und aufzuwerten. Mit einem ganzheitlichen Konzept wurde dabei die Chance auf mehr Nachhaltigkeit und weiter verbesserten Kundenservice genutzt. Vieles geriet in Bewegung: Es wurden nicht nur 1,84 Tonnen Beton ausgebrochen, 36,45 Tonnen Bauschutt entfernt und 500 qm Deckenflächen gestaltet, sondern auch neue Bedien- und Beraterkonzepte sowie digitale Endgeräte installiert.

Das heutige Miteinander von persönlicher Beratung und digitalen Anwendungen entspricht nun den Bedürfnissen des modernen Kunden, ohne auf die Volksbank-typische Nähe und  regionale Verwurzelung zu verzichten. Möglich wurde dies durch den Wegfall des bisherigen Tresens und die Errichtung kleiner Beratungsinseln, an denen der Kunde vom Service-Personal persönlich und auf kurzem Wege empfangen wird. Das ist vielleicht die augenscheinlichste Veränderung: Die Bereiche sind nicht mehr hermetisch voneinander getrennt, sondern gehen fließend ineinander über. Im Selbstbedienungsbereich können Kunden alle Transaktionen an hochmodernen Geräten selbst erledigen. Und wer ein persönliches Gespräch bevorzugt, findet sofort einen Ansprechpartner.

Einleuchtende Ideen
Zeitgemäß sind auch die weiteren Neuerungen. Neben nachhaltigen Materialien, einer Möblierung im zeitlos schönen Design sowie wirksamem Schallschutz und einem optimierten Raumklima erzeugt vor allem das auf modernster LED-Technik basierende Lichtkonzept ein angenehmes, ressourcenschonendes und damit zukunftssicheres Ambiente.

Weniger (Altbestand) ist nun mehr (Effizienz): Leuchtstoff- und Halogenlampen sowie HQL-Strahler mussten Tageslicht und LEDTechnikweichen, die nun im 24h-Servicebereich, im Kundenbereich und in den Beraterbüros als effiziente Energiesparer dienen. Allein hier reduziert sich der Verbrauch um 22.443,60 kWh. Über Präsenzmelder geschaltete LED-Einlegeleuchten in den Technikräumen sorgen bedarfsgerecht für mehr Licht. Und mit einer Einsparung von 2.671,80 kWh setzen neue LED-Leuchtstripes die Außenbeleuchtung auf Strom-Diät. Dank der deutlich niedrigeren Anschlusswerte der LED-Technologie nimmt sich die heutige Energiebilanz mit einer Einsparung von insgesamt 25.210,04 kWh pro Jahr  erfreulich positiv aus.

Energieeinsparung nach dem Umbau

Energieeinsparung nach dem Umbau

Filiale Winterbach

Ambiente mit Zukunft

Verwendung statt Verschwendung: Flexibel nutzbare Räume sorgen heute für ein Mehr an Flächeneffizienz.
Verwendung statt Verschwendung: Flexibel nutzbare Räume sorgen heute für ein Mehr an Flächeneffizienz.

Der Neubau der Filiale Winterbach zeigt, dass Nachhaltigkeit und schönes Design kein Widerspruch sind.

Schalldämmende Akustik-Decken, energiesparende LED-Beleuchtung, Fußbodenheizung und moderne Klimageräte – mit Beginn der Baumaßnahmen im zweiten Quartal 2018 hielt Nachhaltigkeit ihren Einzug in der Filiale Winterbach. Jedoch nicht nur in Form von High-Tech. Auch zeitlos schöne Möbelklassiker, natürliches Licht durch große Fensterfronten sowie langlebiges Material sorgen für ein ansprechendes und zugleich ressourcenschonendes Ambiente – alles barrierefrei zugänglich und einladend gestaltet. Die
Bargeldversorgung erfolgt ausschließlich über den hochmodernen Geldautomaten für Ein- und Auszahlungen im Eingangsbereich. In unmittelbarer Nähe wurde ein Service-Point platziert, so dass das Servicepersonal jederzeit Fragen beantworten und bei der Bedienung der Cash-Systeme weiterhelfen kann. Zur Neueröffnung im Juli 2018 konnten sich Kunden und Bürger vom Gelingen der Maßnahmen überzeugen.

Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen

Elektrofahrzeuge im Fuhrpark

Richtig Gas geben - ohne Emissionen

Mit den Elektro-Fahrzeugen schlägt die Volksbank gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen sind sie umweltfreundlich, zum anderen haben sie im Stadtverkehr gerne die Nase vorn.

Richtig Gas geben - ohne Emissionen
Richtig Gas geben - ohne Emissionen

Mit der Anschaffung der ersten beiden E-Smarts im Jahr 2013 startete der Fuhrpark der Volksbank Stuttgart eG in die Elektromobilität. Heute stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Stuttgart, Waiblingen und Schorndorf insgesamt acht elektrisch betriebene Fahrzeuge zur Verfügung: fünf Elektro-Smarts und drei BMW i3. Zum Jahreswechsel sind zwei BMWs dazugekommen. Zusammen haben sie inzwischen rund 80.000 Kilometer auf dem Buckel. Die im Design der Bank gestalteten Fahrzeuge haben stärkere Motoren, als man denkt: Die Smarts bringen 75 Pferdestärken auf die Straße, der BMW sogar 102. Bei komplett aufgeladener Batterie schaffen sie eine Reichweite von 90 bis 130, bzw. 200 bis 260 Kilometer. Damit kann das Marktgebiet des Instituts zwischen Stuttgart und Schorndorf ausreichend abgedeckt werden.

Der Sprit für die Smarts kommt aus der Steckdose – genauer gesagt, aus neun bankeigenen Schnellladestationen mit einer Leistung von jeweils 22 kW, wovon sich jeweils vier in der Hauptstelle Stuttgart und in Waiblingen befinden, eine in der Direktion Schorndorf. Da alle Ladestationen Öko-Strom aus regenerativen Energien liefern, stoßen die Fahrzeuge auch indirekt kein klimaschädliches CO2 aus und werden damit zum atomstromfreien Null-Emissionsauto. Außerdem wird weder giftiges Kohlenmonoxid noch Stickstoff freigesetzt.

Die Elektro-Flitzer haben sich als besonders citytauglich erwiesen, denn sie schnurren durch die Straßen, ohne Abgase und Lärm zu verursachen. Insbesondere in Ballungszentren kommt das den Anliegern stark belasteter Straßen zugute. Bemerkenswert ist auch das Drehmoment, das dem wendigen Wagen aus dem Stand eine rasche Beschleunigung verleiht – was manch anderer Autofahrer überraschend feststellen muss, wenn ihm ein E-Fahrzeug an der Ampel die Rücklichter zeigt.

Klimarelevante Emissionen

Nachhaltiges Druckmanagement

Energieverbrauch unter Druck

Beim Thema Drucken, Scannen und Kopieren befindet sich die Volksbank Stuttgart eG im Energiesparmodus.

Mehr als 80 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland investieren – laut einer  Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC – in Energieeffizienz-Maßnahmen. Dabei rückt das gesamte Firmengebäude, inklusive der darin enthaltenen Maschinen, ins Visier der Umweltbeauftragten. Zum Beispiel Laserdrucker. Sie gehören zu den Bürogeräten mit dem höchsten Stromverbrauch.

Auch in der Volksbank Stuttgart eG wurde das Thema  Druckmanagement akut: Die vorhandenen Drucker waren mit den Jahren störanfällig geworden. Zwar hatten zentrale Netzwerkdrucker die einzelnen Arbeitsplatzdrucker vollständig ersetzt, insgesamt waren aber immer noch über 300 Geräte im Einsatz. Auch das Druckvolumen änderte sich nicht signifikant: Die Einsparungen beim Schwarz-Weiß-Verbrauch wurden durch den Anstieg bei den Farbdrucken wieder wettgemacht. Alles in allem: noch keine druckreife Leistung.

2 in 1 - die Alleskönner unter den Druckgeräten

Diesen Zustand nachhaltig zu verbessern, ist seit 2018 Aufgabe der Projektgruppe Druckmanagement. Ihr erstes To-Do: die gesamte Druckerinfrastruktur durch moderne, energieeffiziente Geräte zu ersetzen. Eine Aufgabe, die sich nicht auf Knopfdruck erledigen lässt. Die Projektgruppe führte zunächst eine Bestandsanalyse durch, mit folgendem Resultat: In den meisten Filialen kamen überwiegend zwei oder mehr Drucker zum Einsatz.
Ein Schwarz-Weiß-Gerät für die Funktionen Drucken, Kopieren, Faxen und Scannen sowie ein Farbdrucker für die Kundenunterlagen.

Die erste Amtshandlung bestand also darin, diese beiden Gerätetypen durch ein modernes Multifunktionsgerät zu ersetzen. Die Wahl fiel – nach einer gründlichen Testphase mit  anschließender Ausschreibung – auf den Hersteller Lexmark, genauer gesagt auf den Lexmark XC6152. 70 dieser Hochleistungsgeräte sind seitdem in der Volksbank Stuttgart eG im Einsatz. Damit hat sich die Gesamtzahl der vorhandenen Druckgeräte um die Hälfte  reduziert.

Energieverbrauch pro Filiale
Ein Drucker anstatt zwei, noch dazu ein hochmodernes Gerät – auf die Weise ließ sich der Stromverbrauch pro Filiale um 504 Kilowattstunden im Jahr senken. Hochgerechnet auf rund 70 Filialen liegt das Einsparpotential bei 35.280 Kilowattstunden im Jahr. Daraus wiederum ergibt sich eine jährliche Energiekostensenkung von insgesamt 8.820 Euro (bei einem  Strompreis 0,25 Euro pro kWh).

Wer A sagt, muss auch B sagen: Weniger ausdrucken, bitte!
Druckgeräte wie der Lexmark XC6152 sind nicht nur in puncto Energieverbrauch vorbildlich, auch was Lärm- und chemische Emissionen angeht, erfüllen sie den neuesten Stand der Technik. Geringere Emissionen sind aber nur eine Seite der Medaille. Ziel muss außerdem sein, den Papierverbrauch deutlich zu reduzieren. Nicht nur weniger Drucker, auch weniger drucken, lautet die Devise. Die Volksbank Stuttgart eG hat im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie bereits viele interne Prozesse digitalisiert, um den papierhaften Ausdruck von Unterlagen möglichst zu vermeiden.

Nachhaltiges Druckmanagement
Nachhaltiges Druckmanagement

Was bedeutet der Blaue Engel?

Stromsparend und schadstoffarm – alle Multifunktionsgeräte, die bei der Volksbank Stuttgart eG zum Einsatz kommen, sind mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.
Stromsparend und schadstoffarm – alle Multifunktionsgeräte, die bei der Volksbank Stuttgart eG zum Einsatz kommen, sind mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

Der Blaue Engel ist eine freiwillige Kennzeichnung für besonders umweltverträgliche Geräte. Die mit dem Umweltzeichen nach RAL-ZU 205 versehenen Drucker und Multifunktionsgeräte zeichnen sich durch folgende Umwelteigenschaften aus:
 

  • langlebige und recyclinggerechte Konstruktion

  • Vermeidung und Verminderung umwelt- und gesundheitsbelastender Materialien

  • geringer Stromverbrauch

  • geringe Emissionen von Geräuschen und Schadstoffen

Quelle: Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

Kundenportrait Gruppe für ökologische Gutachten

Sachverstand für Mensch und Natur

Das Umweltbüro mit Sitz auf den Fildern begleitet Bauvorhaben und Genehmigungsverfahren.

Wenn Gunther Matthäus und Peter Detzel aus der großen Fensterfront ihres Büros in Richtung Neuhausen schauen, sehen sie links Streuobstwiesen und Maisfelder, rechts die Ausläufer eines Gewerbegebietes. In regelmäßigen Abständen kreuzen startende und landende Flugzeuge ihr Blickfeld. Und bei gekipptem Fenster hören sie den Fluglärm und den Durchfahrtsverkehr der Dreifelderstraße.  Die beiden Geschäftsführer der Gruppe für ökologische Gutachten haben die Themen ihrer täglichen Arbeit direkt vor Augen: Siedlungsgebiete, landwirtschaftliche Nutzflächen, Verkehrsinfrastruktur sowie Flora und Fauna. Das Ganze auf engstem Raum.

Immer weniger Platz für immer mehr Infrastruktur

Immer mehr Menschen auf immer engerem Raum, da bleibt für Natur nur wenig Platz. Die Biologen Dr. Gunther Matthäus und Prof. Dr. Peter Detzel und ihr Team von der Gruppe für ökologische Gutachten bewerten auf umweltfachlicher Basis, wie die vorhandene Fläche ökonomisch und ökologisch vertretbar genutzt werden kann.
Immer mehr Menschen auf immer engerem Raum, da bleibt für Natur nur wenig Platz. Die Biologen Dr. Gunther Matthäus und Prof. Dr. Peter Detzel und ihr Team von der Gruppe für ökologische Gutachten bewerten auf umweltfachlicher Basis, wie die vorhandene Fläche ökonomisch und ökologisch vertretbar genutzt werden kann.

Wachstum und städtebauliche Entwicklung auf der einen, begrenzte Flächen und zu schützende Natur auf der anderen Seite: In diesem Spektrum bewegt sich das vor über drei Jahrzehnten gegründete Umweltbüro mit Sitz auf den Fildern. Die knapp 30 Mitarbeiter begleiten überwiegend öffentliche Einrichtungen, wie Städte, Kommunen und Ministerien, aber auch Industrieunternehmen bei der umweltverträglichen Realisierung ihrer Bauvorhaben – von der Genehmigung bis hin zur ökologischen Baubegleitung. Sie schaffen die faktische Grundlage, auf deren Basis die Verantwortlichen entscheiden können, ob und wo gebaut werden kann und welche Ausgleichsmaßnahmen dafür stattfinden müssen. „Wenn eine Kommune ein neues Gewerbegebiet entwickeln  möchte, muss sie im Bebauungsplanverfahren den nötigen Ausgleich für die betroffenen Schutzgüter schaffen“, erklärt der Diplombiologe und beratende Ingenieur Dr. Gunther Matthäus. „Gesetzliche Schutzvorschriften  gibt es nicht nur für viele Tiere und Pflanzen, sondern auch für Gewässer, Böden, Luft, Klima und natürlich für den Menschen.“

Beispiel Boden
Auf den Fildern rangeln Städteplaner, Politiker und Bauern um jeden Quadratzentimeter des wertvollen Filderbodens. „Ein guter Boden ist nicht nur existenziell für die Landwirtschaft, sondern eine lebenswichtige Ressource für uns alle“, bekräftigen die beiden Umweltexperten, die eine Reihe von Filder-Kommunen bei der Erstellung ihrer Landschaftspläne unterstützen. Einmal zerstört, kann er wichtige Funktionen nicht mehr erfüllen, zum Beispiel das Filtern von Schadstoffen oder die Nährstoffversorgung. Wird also eine Fläche versiegelt, muss Boden wieder gut gemacht werden – nicht nur im übertragenen Sinn. Je nach Bodengüte wird die Erde sogar abgetragen und woanders wieder eingebaut und begrünt. So sieht es der Gesetzgeber vor.

Fledermaus & Co.

Mit Hilfe von Wärmebildkameras lassen sich die Flugbewegungen von Fledermäusen aufzeichnen. Diese Aufnahme stammt aus einem Tunnel der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw.
Mit Hilfe von Wärmebildkameras lassen sich die Flugbewegungen von Fledermäusen aufzeichnen. Diese Aufnahme stammt aus einem Tunnel der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw.

Bei einem weiteren Projekt der Gruppe handelt es sich um die Wiederinbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw. Die Bahntrasse war jahrzehntelang stillgelegt, nun soll der Zugverkehr zwischen dem Nordschwarzwald und der Region Stuttgart
wieder aufgenommen werden. Die Planer schauen allerdings zunächst noch in die Röhre, denn in zwei Tunneln haben sich in der Zwischenzeit Fledermäuse angesiedelt. Und die sind streng geschützt. Zusammen mit den staatlichen Naturschutzbehörden wurde nach Ausweichquartieren gesucht. Parallel arbeitet ein elfköpfiges GÖG-Team an einer Aufteilung der Tunnel in zwei funktionale Kammern – eine für die Bahn, die andere für die Fledermäuse.

Fledermauserfassung ist eine Königsdisziplin im Bereich des Umweltmonitoring. Sie ist technisch sehr aufwendig, da die Tiere nachtaktiv sind und dazu im Ultraschallbereich kommunizieren. Um sie zu hören und zu identifizieren, sind sogenannte Bat-Detektoren erforderlich, die die Laute in für Menschen hörbare Frequenzen ummodulieren. Darüber hinaus werden Nachtsichtgeräte und Wärmebildkameras benötigt. Die Mitarbeiter der Gruppe für ökologische Gutachten arbeiten mit modernsten Informations- und Kommunikationstechnologien. Aber nicht alle Arten lassen sich anhand eines Sonogramms
auswerten. Oft genug ist das geschulte Ohr eines Spezialisten erforderlich, der im stillen Kämmerlein die genaue Artzuweisung vornimmt.

Umweltschutz im Interesse aller

Damit Insekten und andere Tiere wandern können, benötigen sie miteinander verbundene Biotope. Das heißt: naturnahe Flächen ohne Äcker, Straßen und Häuser.
Damit Insekten und andere Tiere wandern können, benötigen sie miteinander verbundene Biotope. Das heißt: naturnahe Flächen ohne Äcker, Straßen und Häuser.

„Bei uns arbeiten Agrarwissenschaftler, Umweltrechtler, Geoökologen und Landschaftsplaner“, erklärt der Insektenkundler Prof. Dr. Peter Detzel die Teamstruktur seines Unternehmens. „Für die Kartierung im Feld oder in den Baugebieten arbeiten wir jedoch eng mit Spezialisten zusammen. Da gibt es Leute für Wildbienen, Rebhühner oder bestimmte Moose. Die sind absolute Koryphäen auf ihrem Gebiet.“ Genauigkeit und Vollständigkeit bei der Bestimmung der Arten sei der Kern eines jeden Umweltgutachtens, fügt er hinzu. „Ein geschützter Käfer, den Sie übersehen haben, kann eine jahrelange Planung auf Eis legen.“

„Wir sind an der Stelle aber nicht überreguliert“, kommentiert Gunther Matthäus das Verhältnis Käferschutz vor Menschenschutz, das oft kritisiert wird. „Wir holen nach, was wir viel zu lange stiefmütterlich behandelt haben.“ Umweltschutzgesetze sind auch zu unserem eigenen Schutz. Sie zwingen uns, unsere Lebensgrundlage für zukünftige Generationen zu bewahren.

Um in den Ausgleichsprozessen allen Akteuren gerecht zu werden – von der gefährdeten Blütenpflanze bis zum Spitzkraut-Bauern, von der Bartfledermaus bis zum Pendler – bedarf es vor allem eines: juristischer Neutralität. Eine Instanz, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt – und zwar auf Basis von Fakten und nicht nach persönlichen Vorlieben.

Balsam für die Biologenseele

Neben den Planungs- und Gutachtertätigkeiten sind die GÖG-Experten auch an Grundlagenprojekten für das Land Baden-Württemberg beteiligt. Im Rahmen einer Naturschutzfachplanung soll beispielsweise das Vorkommen der Rotmilane erfasst werden. Der Greifvogel zählt, nach dem Mäusebussard, zu den Hauptkollisionsopfern mit den Rotoren von Windrädern. Die Verluste beeinträchtigen die Population der ohnehin geschützten Vögel. Um Windenergieanlagen umweltgerecht planen zu können, müssen die Bauträger daher wissen, wo sich die Lebensräume der Rotmilane befinden.

Neben Fachplanung dieser Art bearbeiten Matthäus, Detzel und Co. auch Unterschutzstellungsgutachten, die Grundlage für die Schutzgebietsausweisung durch die staatliche Naturschutzverwaltung sind. „Das sind zwar äußerst seltene Aufträge, aber die machen wir besonders gerne“, freut sich Peter Detzel, „denn dabei geht es nicht um einen Eingriff, sondern es darf etwas gestaltet werden. Das tut der Biologenseele auch mal gut.“

Aufgabenspektrum der Gruppe für ökologische Gutachten

  • Bauleitplanung, Landschaftsplanung, Regionalplanung, Genehmigungsplanung, Eingriffsplanung, Flurneuordnung
  • Ökologische und bodenkundliche Baubegleitung
  • Umweltschadensprüfung
  • Gewässerplanung, Bodenschutzkonzepte
  • Naturschutzfachplanung, Umweltmonitoring
  • Artenschutzprüfung, FFH-Verträglichkeitsstudien, Grunddatenerfassung
  • Lehre und Fortbildung, Publikationen, Umweltbildung
Beispielhafte Naturschutzerfolge in Baden-Württemberg
Beispielhafte Naturschutzerfolge in Baden-Württemberg