Ressourcenmanagement

Maßnahmen

Zahltag zugunsten der Umwelt

Die Natur hat uns einen Kredit gewährt, der nun ausgeschöpft ist. Es ist an der Zeit, das Darlehen zurückzuzahlen. Die Volksbank Stuttgart tut dies mit einer ganzen Reihe an klimaschützenden Maßnahmen.

Ein nachhaltiger Energiehaushalt

1 I Elektrofahrzeuge im Fuhrpark

Mit fünf E-Smarts und drei E-BMWs sind insgesamt acht umweltfreundliche Elektrofahrzeuge in der Region unterwegs.

2 I Digitale Zahlungsmöglichkeiten

Bargeld kostet, und zwar Ressourcen. Die digitalen Bezahlsysteme der Volksbank Stuttgart sind sicher und lassen sich auch mobil nutzen.

3 I Online-Banking

Geld digital zu verwalten ist effizient und nachhaltig. Ein gutes Beispiel: der elektronische Kontoauszug.

4 I IT-Entsorgung

Elektroschrott belastet die Umwelt. Deshalb lässt die Volksbank Stuttgart die ausgemusterte IT-Hardware abholen und wieder flottmachen.

5 I PenPad

Bye-bye Buchungsbeleg. Formulare werden elektronisch archiviert. Das spart Papier und Transportwege.

6 I Cash Cycle

Einzahlung = Auszahlung: Mit diesem Grundprinzip lässt sich der Bargeldkreislauf vereinfachen und CO2 einsparen.

Seit 2020 berechnet zudem die Software CCO CashManagement, wann und mit welcher Menge die Automaten wieder befüllt werden müssen. Das spart unnötige Botentouren.

7 I Papier-Recycling

Papierabfälle werden recycelt. Und nach Möglichkeit bei der täglichen Arbeit ganz vermieden.

8 I Heizung und Lüftung

Nach und nach werden die Filialen mit einer energieeffizienten Heizund Raumlufttechnik ausgestattet.

9 I Regionale Handwerker

Für Sanierungen und Neubauten beauftragt die Volksbank Stuttgart regionale Handwerksbetriebe.

10 I Oberlichter

In zahlreichen Gebäuden ersetzt natürliches Tageslicht einen Teil der Beleuchtung.

11 I Photovoltaikanlagen

Auf den Dächern von insgesamt elf Filialen erzeugen Solarzellen saubere Energie.

12 I Server-Virtualisierung

Eine effiziente IT-Infrastruktur senkt den Energieverbrauch.

13 I Produkte

Spezielle Kredite helfen Kunden bei energetischen Sanierungen.

14 I Digitaler Postlauf

Datenhighway statt Straße: Scanner und Barcodes regeln die vollautomatische Weiterleitung und Archivierung von Dokumenten.

15 I Austausch der Drucker

Weniger Geräte, noch dazu hochmodern: damit senkt die Volksbank Stuttgart den Energieverbrauch.

16 I LED-Beleuchtung

Effizientes Lichtmanagement spart Strom und Geld.

17 I Digitale Serviceangebote und Beratungsprozesse

Mittlerweile können viele Vorgänge und Produktabschlüsse online durchgeführt werden. Dazu gehört seit 2021 auch die Beratung per Video.

18 I Elektronische Kreditakte

Eingescannte und elektronisch archivierte Akten sparen Papier-, Druck- und Transportkosten. Und Platz.

19 I Blockheizkraftwerk

In Waiblingen sorgt ein Blockheizkraftwerk für Strom, Wärme und Kälte.

20 I Das Volksbank Quartier

Hauptstandort für alle internen Verwaltungsbereiche und ausgezeichnet mit dem DGNB-Zertifikat in Platin, der höchsten Bewertungsstufe für nachhaltiges Bauen.

SAM-Dimension

Ein weites Feld

Das Startup SAM-Dimension hat ein Kartierungssystem zur gezielten Schädlingsbekämpfung entwickelt. Davon profitieren Landwirte und Umwelt.

SAM-DIMENSION
Drohnen in der Landwirtschaft – die beiden Agrarwissenschaftler Dr. Robin Mink und Dr. Alexander Linn gründeten 2020 ein Startup-Unternehmen, das sich auf eine datenbasierte Feldbeobachtung spezialisiert hat.

Wie ein futuristisches Spielzeug sieht sie aus, die spinnenartige, schwarze Drohne, mit der Robin Mink und Alexander Linn ein Meer aus Ackerfurchen überfliegen. Zwei junge Männer in Jeans und Turnschuhen, die ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen, könnte man denken. Weit gefehlt. Die beiden sind promovierte Agrarwissenschaftler und Startup-Gründer, die gerade einen Prototyp testen. UAV-Unkrautkartierung oder Smart Aerial Mapping (SAM) nennt sich das Geschäftsfeld beziehungsweise ihr eigens entwickeltes Produkt.

Unkrautregulierung 4.0

„SAM-DIMENSION macht Luftbilder und berechnet daraus Anwendungskarten für die Schädlingsbekämpfung“, erklärt Robin Mink die Leistung seines Unternehmens. „Auf diesen Karten sind die Unkräuter oder besser die Beikräuter genau positioniert. Das hat zur Folge, dass sich die Pflanzenschutzmittel  auf jede einzelne Pflanze abstimmen und somit stark verringern lassen.“ Die Landwirte müssten nicht mehr mit dem Gießkannenprinzip das gesamte Feld behandeln, sondern könnten gezielt vorgehen.

Schließlich seien nicht alle Beikräuter auch Unkräuter, machen die beiden Feldkartierungs-Spezialisten deutlich. Sie selbst sprechen lieber von Beikrautregulierung anstatt von Unkrautbekämpfung. „Nicht jedes Unkraut ist schädlich. Manche Pflanzen können wir im Feld stehen lassen, beispielsweise als Wirtspflanze oder Nahrungsquelle für nützliche Insekten.“ In dem Verfahren stecke ein enormes Biodiversitätspotential, betonen sie mit Nachdruck. Denn allein in Deutschland werden laut Umweltbundesamt über die Hälfte der Gesamtfläche landwirtschaftlich genutzt.

Artenvielfalt und Umweltschutz sind jedoch nicht die einzigen Gründe, die das Kartierungssystem von SAMDIMENSION so attraktiv machen. Die Landwirtschaft steht unter einem enormen Kostendruck. Sie muss günstig produzieren. Hinzu kommt die gesetzliche Forderung, dass im Rahmen des EU Green Deals 50 Prozent des Pestizideinsatzes bis 2030 reduziert werden müssen. Mit Hilfe einer präzisen Beikrautregulierung lassen sich – zusammen mit der Menge – auch die Kosten für Pflanzenschutzmittel deutlich reduzieren. Zum Teil um die Hälfte, wie bei der anfälligen Zuckerrübe.

Kostenersparnis zugunsten der Umwelt

Was so einfach klingt, ist technisch hochkomplex. Die futuristische Drohne ist dabei noch der einfachste Teil der Übung. Sie dient lediglich als Sensorträger für die Luftbildkamera, die selbst kleinste Keimlinge sicher erkennt, beziehungsweise hochauflösend ablichtet, denn die Kamera selbst erkennt nichts. Die Aufnahmen werden mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz (KI) ausgewertet. Sie überträgt die Position der gefundenen Beikräuter in die für Landmaschinen gängige Kartenformate, ähnlich einer Landkarte. Die „Feldspritzen“ der Landwirte werden mit diesen Karten gefüttert. Die einzelnen Düsen schalten sich nur noch ein, wenn auch ein Unkraut verzeichnet ist.

SAM-DIMENSION

Zwei Spezialisten, eine Mission

Insgesamt zwei Jahre tüftelten Robin Mink und Alexander Linn an dem Kartierungssystem, das bereits nun von ersten Kunden eingesetzt wird. Die Idee dazu entstand während der Promotion an der Universität Hohenheim. Robin Mink beschäftigte sich mit verschiedenen Kamerasensoren zur Fernerkundung, während Alexander Mink an der Erkennung und Klassifizierung von Unkräutern mittels KI forschte. Die Frage, die sich die beiden stellten, lautete: Warum kommen moderne Technologien, die in der Forschung bereits erfolgreich funktionieren, nicht auf dem Feld zum Einsatz? In Form praxistauglicher Produkte für die Landwirte? Sie warfen ihre jeweiligen Expertisen in einen Hut und gründeten SAM-DIMENSION.

Im Moment arbeitet SAM-DIMENSION überwiegend mit größeren Betrieben (über 600 Hektar) zusammen, für die sie die Kartierung selbst übernehmen. Das soll mittelfristig ausgeweitet werden. „Unser Ziel ist es, dass die Landwirte sich die notwendigen Geräte über Lohnunternehmer mieten oder die komplette Kartierung über sie beauftragen können“, bekräftigen die jungen Startup-Gründer, die im Bereich der datenbasierten Feldbeobachtung noch weitere Pläne in der Schublade haben. „Auch die Düngemittelausbringung lässt sich mit unserem System optimieren. Ein weiteres Thema ist die Bewässerung von Feldern.“ Angesichts des Klimawandels, ein sehr weites Feld.

Recycling von Bauschutt

Baggern für mehr Klimaschutz

Ein Großteil des Bauschutts lässt sich wiederverwenden. Das schont natürliche Ressourcen. Deshalb besteht der Neubau der Filialdirektion Fellbach überwiegend aus Recycling-Beton.

Baggern für mehr Klimaschutz
Im September 2021 wurde die Direktion der Volksbank Stuttgart in Fellbach abgerissen.

Besonders schön war es nicht, das Gebäude der Volksbank Stuttgart in Fellbach. Ein typischer 50er-Jahre-Bau: sandfarben verputzt und von eher pragmatischem Charme. Dennoch klafft nun eine etwas traurige Lücke an der Stelle, wo Generationen von Fellbachern ihre Bankgeschäfte erledigt haben. „Der Abriss war notwendig“, so Thomas Rösch, Bereichsleiter Facility Management, der Volksbank Stuttgart. „Die Anforderungen an Büroräume haben sich in den letzten Jahrzehnten radikal geändert – sowohl technisch als auch mit Blick auf die Einrichtung.“ An abreißen und neu bauen führte also kein Weg vorbei. Moderner soll sie werden, die neue Direktion. Und nachhaltiger.

Baggern für mehr Klimaschutz
Modern und nachhaltig: In dem neuen Bankgebäude am Stuttgarter Platz 1 werden sich Mitarbeitende und Kunden wohlfühlen.

Im September 2021 rückte der Bagger der Abbruchfirma Feeß an. Fein säuberlich zerlegte er das ehemalige Bankhaus in seine Bestandteile, trennte Beton, Mauerwerk und Stahl. Stockwerk für Stockwerk. „Gebäude sind Materiallager“, so Geschäftsführer Walter Feeß. „Beton, Kalksandstein und Ziegel sind Wertstoffe, die wiederverwendet werden können.“ Und genau das ist der Plan für den Neubau der Regionaldirektion Fellbach. Die rund 3.000 Tonnen Bauschutt, die beim Abriss entstanden sind, sollen im Zuge der Kreislaufwirtschaft wieder als Baumaterial zum Einsatz kommen. Und zwar im neuen Gebäude.

Mülltrennung auch auf der Baustelle

Wenn die Bank also 2023 wieder ihre Türen öffnet, wird sie nicht nur barrierefrei, energetisch und begrünt sein. Die Wände, Böden und Decken werden aus ressourcenschonendem Beton – sogenanntem R-Beton – bestehen, dessen Gesteinskörnungen unter anderem aus dem alten Volksbankgebäude stammen. Auf die Weise landet der Bauschutt nicht auf einer der wenigen Deponien irgendwo in Deutschland, sondern wird lokal von der Firma Feeß sortiert, gebrochen, gesiebt, gewaschen, nochmal sortiert und wieder aufbereitet. Das spart Ressourcen – sowohl beim Transport als auch bei der Herstellung von Beton, der immer auch einen Eingriff in die Landschaft bedeutet, weil Kies und Splitt abgebaut werden müssen.

Firma Feeß: Spezialist für die Wiederverwendung von Bauabfällen

„In Sachen Wiederverwendung von Abbruchmaterial besteht noch viel Luft nach oben“, erklärt Walter Feeß. Allein in Deutschland fallen jährlich 60 bis 65 Millionen Tonnen Bauschutt an. Davon könnten bis zu 80 Prozent in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Feeß gilt bundesweit als einer der Pioniere auf dem Gebiet. Vor über zehn Jahren kam er zum ersten Mal mit ressourcenschonendem Beton in Berührung. Seitdem ist er ein Fan dieses Rohstoffs. Mit seiner Kirchheimer Firma hat er sich auf die Herstellung von Recyclingbaustoffen spezialisiert, inklusive Bodenaushub und Abbruch. Mittlerweile beliefert er zwölf Betonwerke mit Zuschlagstoff, den diese zur Herstellung von R-Beton verwenden.

Noch ist dieser teuer und nicht ausreichend verfügbar. Langsam findet jedoch ein Umdenken statt, zu dem Walter Feeß, der auch Architekten und Planer schult und 2016 mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet wurde, beigetragen hat. So verpflichtet das 2020 in Kraft getretene Landes-Kreislaufwirtschaftsgesetz die öffentliche Hand, verstärkt Recycling Baustoffe einzusetzen.

Während die entsprechenden Vorgaben gerade entstehen, schafft die Baugruppe Bürkle, die die neue Filialdirektion der Volksbank Stuttgart errichtet, derweil Tatsachen: „Wir verwenden in größerem Umfang R-Beton“, so Geschäftsführer Jörg Bürkle. Zudem wird das viergeschossige Gebäude mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und an das Fernwärmenetz angeschlossen. Der Neubau am Stuttgarter Platz in Fellbach erfüllt somit alle Standards nachhaltigen Bauens und setzt mit der Verwendung von Recycling-Beton sogar noch eine Schippe obendrauf.

Eine ungewöhnliche Konstruktion

Recycling von Bauschutt

Auf dem 1.674 Quadratmeter großen Gelände am Stuttgarter Platz in Fellbach errichtet die Baugruppe Bürkle insgesamt drei Gebäude: zwei Wohnhäuser sowie ein Wohn- und Geschäftsgebäude für die Volksbank Stuttgart.

Das Objekt der Volksbank Stuttgart umfasst insgesamt vier Stockwerke. Das Erdgeschoss sowie der erste Stock werden geschäftlich von der Bank genutzt. Die beiden oberen Stockwerke sowie der rückwärtige Teil beherbergen sechs Wohnungen.

Der Neubau erfüllt alle Standards nachhaltigen Bauens. Zudem wird ein Teil des Baumaterials aus dem Abbruch des alten Bankgebäudes wiederverwertet. Die Wiedereröffnung der Regionaldirektion Fellbach wird voraussichtlich Mitte 2023 stattfinden.

Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen

Nachhaltiger Spartag 2021

Tausche Sparschwein gegen Krabbeltiere

Sinnvoller Umgang mit Geld und Natur - beim nachhaltigen Spartag 2021 konnten die jüngsten Kunden zwischen einem Insektenhotel und einem Vogelhaus wählen.

Sparen hat Tradition. Bereits in der Antike wurden schlichte Behälter genutzt, um Münzen für spätere Zwecke zu verwahren. Geld zur Seite legen – das diente seit jeher als Absicherung für schlechte Zeiten. Dass und wie sich durch Sparen auch mit kleinen Summen ein Vermögen aufbauen lässt, sollten schon die Jüngsten lernen – so die pädagogische Idee bei Einführung des Weltspartages zum 31. Oktober 1925.

Vor allem in den 1950-er und 1960-er Jahren war der Weltspartag sehr beliebt. Den Inhalt des Sparschweins zur Bank bringen und dafür ein kleines Geschenk in Empfang nehmen:  Für die Kinder im Wirtschaftswunder-Deutschland war dies stets ein ganz besonderer Moment. Doch die Zeiten haben sich verändert. Zusammen mit den Zinsen nahm auch die Bedeutung des Weltspartages ab. Zudem mehrte sich die Kritik an den verteilten Werbegeschenken. Zu viel Plüsch und Plastik, zu viel Unnützes, das nach kurzer Zeit oft im Mülleimer verschwand – diese Art der Sparmotivation war immer weniger mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit vereinbar.

Nachhaltiger Spartag 2021
Das große Krabbeln: Das Insektenhotel kann von Kindern selbst gestaltet werden und dient Bienen, Hummeln und Käfern als Nistplatz und sicherer Unterschlupf.
Holz statt Plastik
Holz statt Plastik: Beim nachhaltigen Spartag 2021 konnten die jungen Kunden zwischen einem Insektenhotel und einem Vogelhäuschen wählen.
Nachhaltiger Spartag 2021
Nachhaltiger Spartag 2021
Füttern erwünscht: Wenn’s draußen friert und schneit freuen sich viele Vogelarten über eine Futterstelle. Für die Kinder werden Balkon oder Garten zum spannenden Beobachtungsplatz.

Kein Plastik, dafür jede Menge Artenschutz

Gleichwohl ist die Grundidee, Kinder frühzeitig den vorausschauenden Umgang mit Geld nahezubringen, nach wie vor sinnvoll. Die Sparziele mögen sich verändern haben, das Prinzip der Vorsorge bleibt. Sparen hat also nach wie vor seine Berechtigung. Umweltschutz aber auch. Beides ist nachhaltig, denn es sorgt dafür, dass die Ressourcen nicht knapp werden. Vor dem Hintergrund führte die Volksbank Stuttgart 2021 den nachhaltigen Spartag ein.

Wie gut sich Umweltbewusstsein, Sparprinzip und kindliche Freude verbinden lassen, zeigt die Geschenkeauswahl. Die kleinen Kunden konnten zwischen einem Insektenhotel und einem Vogelhaus wählen – beides aus Holz und nachhaltig in der EU gefertigt. Der pädagogische Ansatz erhält noch eine weitere Komponente: Aus den jungen Sparern werden im  Handumdrehen kleine Naturschützer, die die Vogel- und Insektenwelt beobachten, ihnen Unterschlupf, Nistmöglichkeiten und Futter bieten und ganz nebenbei ihr Kinderzimmer in den Garten verlegen.

Die Volksbank Stuttgart hat am Weltspartag 2021 zahlreiche Insektenhotels und Vogelhäuschen an die Familien verteilt und somit einen kleinen Beitrag zum Artenschutz in der Region geleistet. Zudem wurde komplett auf Kunststoff-Spardosen und Luftballons verzichtet. Die Aktion kam bei den Kundinnen und Kunden gut an. Lieber weniger, dafür hochwertige und sinnvolle Geschenke – für die neue Ausrichtung des Weltspartages erfährt die Volksbank Stuttgart viel Zustimmung.

Kein Plastik, dafür jede Menge Artenschutz

Das Volksbank Stuttgart Mobil

Die fahrbare Filiale

Das Volksbank Stuttgart Mobil

Nachhaltig und Serviceorientiert: Die mobile Filiale der Volksbank Stuttgart kommt in der Region gut an.

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg eben zum Propheten. Das traf auch auf einige Standorte der Volksbank Stuttgart zu. „Mancherorts war schlichtweg so wenig Kundschaft, dass sich der Betrieb der Filiale nicht mehr gelohnt hat“, erklärt Markus Schmid, Regionaldirektor in Weinstadt und Stuttgart-Nord, die Entwicklung. „Dennoch wollen wir insbesondere für ältere Menschen persönlich ansprechbar sein.“

Kurzerhand richtete die Volksbank Stuttgart 2020 eine mobile Filiale ein, um die Bargeldversorgung überall dort sicherzustellen, wo es keine „statische“ Filiale und auch kein Selbstbedienungsterminal mehr gibt. Insgesamt sieben Standorte steuert sie mittlerweile in ihrem Einzugsgebiet an.

„Mit dem Volksbank Stuttgart Mobil können wir nahezu alle Service-Leistungen anbieten, wie das auch bei einer herkömmlichen Filiale der Fall ist.“ Dementsprechend ist das Fahrzeug ausgestattet: Neben dem Schalter gibt es einen Wartebereich sowie ein Kundenserviceterminal mit Kontoauszugdrucker und Geldautomat. Insbesondere ältere Kundinnen und Kunden schätzen den Service. „Wir sind sehr froh, dass wir wieder eine Möglichkeit haben, Bankgeschäfte in unmittelbarer Nähe vorzunehmen“, freut sich Steffen Kunzmann. Auch Emely Rehberger findet es sehr praktisch, „wenn man auf kurzem Wege Geld abheben kann“.

Nachhaltig auf ganzer Linie

Und noch ein Pluspunkt kann die mobile Bank für sich verbuchen: Das auffällig gestaltete Fahrzeug ist umweltfreundlich unterwegs – mit einem abgasarmen Dieselmotor, einer leistungsfähigen Batterie, LED-Leuchten sowie einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Umweltfreundlich unterwegs
Die rollende Volksbank-Filiale ist knapp 8 Meter lang und wiegt 5,5 Tonnen.
Die fahrbare Filiale
Stefan Eber und Horst Loewe beraten jeden Tag an einem anderen Ort.

Umweltfreundlich unterwegs

  • Ein leistungsfähiges Batteriepaket sowie eine Photovoltaik- Anlage auf dem Dach sorgen für ausreichend Strom. Auch ein Teil der vom Motor erzeugten Energie wird in die Batterie eingespeist.
  • Die Klimaanlage wird mit Hilfe einer Wärmepumpe betrieben.
  • Zudem sind energiesparende LED-Leuchten im Einsatz.
  • Und: Der Dieselmotor entspricht der aktuellen Abgasnorm.

Klimarelevante Emissionen

Energieverbrauch

Sparen in Sachen CO2-Emissionen

Die Volksbank Stuttgart eG trägt als Unternehmen dazu bei, die Klimaziele zu erreichen.

Energie sparen zugunsten des Klimas

Zu Emissionen zählen Gase, Staub und flüssige Stoffe, ebenso Wärme, aber auch Lärm und Erschütterungen. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel sind es vor allem die vom Menschen verursachten CO2-Emissionen, die den natürlichen Treibhauseffekt verstärken und  zu einer globalen Erwärmung führen. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral zu werden. Das ist nur möglich, wenn klimaschädliche Emissionen drastisch reduziert werden. Das heißt vor allem eines: Energie sparen. Die Volksbank Stuttgart setzt eine Reihe von Maßnahmen um, um ihren Energieverbrauch zu verringern, darunter die Nutzung einer einheitlichen Cloud-Lösung sowie sinnvolle IT-Entsorgung, aber auch E-Bike- Leasing und Mobiles Arbeiten.

Neuanschaffung von Geräten

Neuanschaffung von Geräten

Um die Bargeldversorgung sicherzustellen und Bankgeschäfte unabhängig von den Geschäftszeiten zu ermöglichen, betreiben die Kreditinstitute eine Menge an Gerätschaften. Die Volksbank Stuttgart unterhält in ihrem Einzugsgebiet insgesamt 87 Geldautomaten, 49 Cash Recycler, 53 Kontoauszugsdrucker, 10 Münzeinzahler, und 54 Serviceterminals. Diese sogenannten SB-Geräte werden nicht neu beschafft, sondern innerhalb des Geschäftsgebietes an andere Standorte verlagert, je nach Bedarf. Zudem werden sie über die Abschreibungsdauer von fünf Jahren hinaus genutzt. Neuere Sicherheitsanforderungen werden entweder per Hardware eingebaut oder per Software-Update umgesetzt.

Neuanschaffung von Geräten
IT-Entsorgung
IT-Entsorgung

IT-Entsorgung

Der IT-Betrieb ist energieintensiv und verursacht hohe CO2-Emissionen. Bei der Volksbank Stuttgart landen die rund 770 PCs und Notebooks nicht im Elektroschrott, sondern werden in Kooperation mit der Firma AfB social & green IT wieder flottgemacht oder – je nach Zustand – recycelt und erneut dem Rohstoffmarkt zugeführt. Das reduziert die Neuproduktion sowie den Rohstoffverbrauch und damit den Energiebedarf.

Mobiles Arbeiten

Seit 2020 bietet die Volksbank Stuttgart das Mobile Arbeiten für alle Bereiche an. Das bietet nicht nur einen besseren Schutz während der Corona-Pandemie, sondern ermöglicht zudem eine flexiblere Arbeitsgestaltung. Und: Der Wegfall der Wegstrecke spart Zeit, Geld und CO2. Bei der Volksbank Stuttgart arbeiten rund 481 Mitarbeitende mobil, an durchschnittlich 80 Arbeitstagen pro Jahr.

Mobiles Arbeiten
Mobiles Arbeiten
Bike und E-Bike Leasing

Bike und E-Bike Leasing

Das Bike und E-Bike-Leasingangebot der Volksbank Stuttgart unterstützt eine umweltfreundliche Fortbewegung. In Kooperation mit der Firma Internetstores können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu zwei Fahrräder leasen.

Bike und E-Bike Leasing

Einführung der IT-Cloud

Die IT-Infrastrukturen aller Volks- und Raiffeisenbanken wurden auf einer einheitlichen Cloud-Plattform zusammengelegt. Cloud-Provider ist der genossenschaftliche IT-Dienstleister und Digitalisierungspartner Atruvia.

Einführung der IT-Cloud
Einführung der IT-Cloud

Mit alten Bauweisen brechen

Zu wenig Platz, knapp werdende Ressourcen und zu viele Emissionen - das Bauen erfordert ein radikales Umdenken. Bei der AH Aktiv-Haus GmbH ist das längst passiert. Sie hat sich auf nachhaltiges, serielles Bauen für den gewerblichen Wohnungsmarkt spezialisiert.

Der Begriff „Haus“ scheint in der Welt von Hubert Nopper fast ein wenig veraltet zu sein, obwohl die Firma, die er leitet, das Wort „Haus“ im Namen führt. Der Geschäftsführer der AH Aktiv-Haus GmbH spricht weniger von Häusern als vielmehr von Modulen. Oder Modulgebäuden. Diese unterschiedlich großen Wohnmodule können beliebig kombiniert und verbunden werden – von mehrgeschossigen Appartementgebäuden bis hin zu kompletten Wohnarealen. Ein aus Modulen zusammengesetztes Aktivhaus kann sehr schnell auf- und wieder abgebaut werden. Es besteht vollständig aus ökologischen Baumaterialen, vor allem Holz, und es erzeugt Energie aus regenerativen Quellen.

Es scheint, als hätten wir den Schlüssel in der Hand, um gleich mehrere Herausforderungen auf einmal anzugehen: die Wohnungsnot, das Emissionsproblem und den Ressourcenverbrauch. Das Bewusstsein nehme auf jeden Fall zu, räumt Hubert Nopper ein, aber von einem nachhaltigen Bau Boom könne noch nicht die Rede sein. „Der Schaden für die Umwelt, zum Beispiel CO2-Emissionen, muss aktuell nicht in die Herstellungskosten einkalkuliert werden. Aus diesem Grund entscheiden sich Planer, Architekten und Bauträger oft für die kostengünstigere, konventionelle Bauweise anstatt für die nachhaltigen Konzepte.“ So ganz verstehen kann der diplomierte Agraringenieur diese Sichtweite nicht, schließlich stoße die Bauwirtschaft schon heute an ihre Grenzen.

Baumaterialien sind endlich

Um die Dringlichkeit des Themas zu veranschaulichen, zieht Hubert Nopper ein Beispiel heran: „Im Moment sind zwei Milliarden Menschen auf der Erde unter 16 Jahre alt. Sie werden in den kommenden Jahren Wohnungen, Arbeitsplätze und Infrastrukturen benötigen. Um das alles zu bauen, bräuchten wir rund 1.000 Milliarden Tonnen Beton und Ziegel. Diese Ressourcen gibt es nicht mehr. Und sie sind auch nicht produzierbar.“

„Es ist höchste Zeit, das Bauen neu zu denken“, forderte schon Prof. Dr. Werner Sobek, Architekt, Bauingenieur und Erfinder des mittlerweile mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten, nachhaltigen Modulkonzepts. Bereits in den 1990er Jahren entwickelte er das Triple-Zero®-Prinzip, einen Standard für nachhaltiges Bauen. Null Fremdenergie, null schädliche Emissionen, null Rückstände, lautet die Formel. Das heißt: Ein Modulhaus benötigt nicht mehr Energie, als es aus eigenen, regenerativen Quellen erzeugen kann. Es produziert keine schädlichen Emissionen – weder bei der Herstellung noch im Wohnbetrieb. Und es kann schnell und rückstandsfrei abgebaut und woanders wieder aufgebaut werden.

Von der Theorie in die Praxis

Im Jahr 2014 errichtete Sobek sein erstes Modul-Modell in Echtgröße: das B10 in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Nach dem Erfolg des Pilotprojekts – das Haus wurde unter anderem mit dem Mies van der Rohe Award ausgezeichnet – tat sich Werner Sobek mit Prof. Dr. Klaus Fischer zusammen, dem Inhaber der Unternehmensgruppe fischer. Zusammen gründeten sie 2016 die AH Aktiv-Haus GmbH. Eine kluge Verbindung, denn Fischer ist Spezialist für Befestigungssysteme und genau die wurden für den Modulbau nun relevant. Im gleichen Jahr entstand das erste Serienprojekt in Winnenden: eine Aktivhaus-Siedlung bestehend aus 38 Modulen. Aufgrund der guten Erfahrungen bei dem Erstprojekt entschied sich der Auftraggeber für eine weitere Aktivhaus-Siedlung mit acht zweigeschossigen Einzelgebäuden und 36 Wohneinheiten.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen und Klimaziele erreichen

Nachdem Sobek und Fischer das modulare System gründlich ausgearbeitet und getestet hatten, war es an der Zeit, das Aktivhaus auf die Straße zu bringen, hinein in die Städte und Kommunen, die dringend nach Lösungen für ihr Wohnraumproblem suchten. „Das Modulkonzept eignet sich hervorragend, um bestehenden urbanen Raum zu verdichten. Zudem können rasch und erschwinglich Mehrfamilienhäuser, Mitarbeiter- und Studentenwohnheime errichtet werden. Ein Aktivhaus, egal in welcher Größenordnung, spart bis zu 50 Prozent der Bauzeit ein, im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise“, erklärt Hubert Nopper, der sich 2019 an dem Stuttgarter Unternehmen beteiligte, zusammen mit der Firma Wolff & Müller Hoch- und Industriebau, dessen kaufmännischer Geschäftsführer er damals war und die über jede Menge Erfahrung im Baumanagement verfügt.

„Wir sind bereit“, bekräftigt Hubert Nopper. „Wir haben bereits rund 250 Module montiert. Aktuell sind mehr als 350 weitere Module beauftragt.“ Im nachhaltigen, seriellen Bauen stecke ein enormes Wachstumspotential, das noch lange nicht ausgeschöpft sei. Was noch fehle, seien die politischen Weichen.

Vorteile der Aktiv-Haus-Bauweise

Grüne Energiegewinnung:

Ein Aktivhaus erzeugt eigene Energie aus regenerativen Quellen.

Intelligente Haustechnik:

Heizung und Beleuchtung sind mit den Wetterdaten vernetzt. Dadurch lässt sich der Energie- und Wärmebedarf vorausschauend planen und steuern.

Ökologische Materialien:

Alle Bauteile bestehen entweder aus Holz oder anderen nachwachsenden Rohstoffen. Sie können recycelt und wiederverwendet werden.

Schnell auf- und abbaubar:

Die Modulhäuser werden komplett vorgefertigt und geprüft geliefert und vor Ort zusammengesetzt. Das spart zum einen Bauzeit. Zum anderen werden sowohl Schmutz und Lärm als auch Eingriffe in den Verkehr minimiert.

Flexibel und vielseitig:

Durch die Modulbauweise lässt sich das Haus nachträglich erweitern, wieder verkleinern oder an einen anderen Standort verlagern.

Sehr langlebig:

Die Haltbarkeit entspricht der von Massivhäusern, als rund 100 Jahre.