Asiatische Kochkunst mit schwäbischen Kartoffeln

Sie haben hawaiianische Poke Bowls in der Schwabenmetropole populär gemacht, frischen asiatische Klassiker auf und bringen nicht nur Altbundespräsidenten auf den Geschmack grüner Spinat-Smoothies: Seit mehr als 10 Jahren setzen Jenny Linh Do und ihr Mann Huong Tien Do Food-Trends in Stuttgart – und ihr Erfolg macht Appetit auf mehr.

Lecker: das Beste aus unterschiedlichen Welten

Jenny Linh Do und ihr Mann Huong Tien Do bereichern seit 2010 die Food-Szene Stuttgarts. Für ihre Selbständigkeit als Gastronomen kündigten die studierte Wirtschaftsinformatikerin und der Einkäufer ihre gut dotierten Jobs bei Bosch. Das agile Unternehmerpaar ist mit den leckeren Spezialitäten seiner asiatisch inspirierten Fusionsküche ausgesprochen erfolgreich und hat noch viel vor.

Jenny Linh Do und ihr Mann Huong Tien Do

Jenny Linh und Huong Tien Do interpretieren Kochtraditionen modern. Markenzeichen ihrer Minmin-Restaurants ist die frische, gesunde und kreative Fusionsküche, die unterschiedliche Esskulturen und aktuelle Food-Trends verbindet. Neue Food-Ideen sowie Anregungen für die ungewöhnliche Einrichtung und Deko ihrer Restaurants sammelt das Gastronomenpaar gerne auf Reisen in Asien und Europa.

In unserem Interview stellten sich Jenny Linh und Huong Tien Do gerne unsere Fragen.

Frau Do, warum gibt man einen sicheren Arbeitsplatz bei Bosch auf?

Die Gastronomie hat mich schon immer gereizt, eigentlich wollte ich mal ein Café aufmachen. Dann ergab sich aber die Chance, einen Food-Pavillon im Hauptbahnhof zu übernehmen und so wurde ich mit meiner Asia-Nudelbar von der Informatikerin zur Nudelverkäuferin

Herr Do, wie war das bei Ihnen?

Ich habe meine Frau erstmal nebenberuflich unterstützt. Wir sind dann schnell gewachsen mit dem Restaurant Minmin und der Saftbar Vitamin-Express im Bahnhof, deshalb habe ich meine Stelle aufgegeben und unser Unternehmen zum Hauptberuf gemacht.

Wie schaffen Sie beide es, als Quereinsteiger in der Gastronomie so erfolgreich zu sein?

Unsere Stärke ist unsere große Leidenschaft für gutes Essen, die sicher daher kommt, dass wir als Großfamilie so gerne gemeinsam essen. Wir interpretieren traditionelle Gerichte gerne neu, indem wir zum Beispiel in einem Curry die exotischen Süßkartoffeln durch regional erzeugte Kartoffeln ersetzen. Und was uns schmeckt, mögen unsere Gäste meistens auch. Außerdem kann man unsere Gerichte und Säfte individuell abwandeln. Und wir sind immer auf der Suche nach neuen Genusstrends, die wir nach Stuttgart bringen können.

Es gab aber auch Einschnitte: erst Stuttgart 21, dann Corona, wie haben Sie das bewältigt?

Unser Vitamin-Express war tatsächlich das letzte Geschäft im Bonatzbau vor der Schließung, damit gehen wir sogar in die Geschichte ein. Aufgrund unserer guten Zusammenarbeit mit der Bahn war aber schnell klar, dass wir am Gleis 1 mit einem To-go-Container weitermachen konnten. Dann ergaben sich neue Chancen auf der Königstraße und in Feuerbach, die wir genutzt haben. Im Corona-Lockdown haben wir unseren Lieferservice eröffnet, der super läuft. So haben wir seit 2016 jedes Jahr ein neues Projekt auf die Beine gestellt. Und an den nächsten Ideen sind wir schon dran: gerade planen wir ein To-go-Bistro mit vietnamesischen Baguettes und das erste Streetfood-Restaurant in Stuttgart.

Zu Ihren Gästen zählen auch Promis?

Wir haben unter anderem Maite Kelly, Jogi Löw, Kai Pflaume oder Altbundespräsident Horst Köhler kennengelernt. Der Investor Frank Thelen hat bei uns seine ersten Sommerrollen überhaupt probiert und wollte dann, dass wir ein Restaurant in Bonn aufmachen. Das sind nette Kontakte, aber wichtiger ist natürlich, dass sich alle Gäste bei uns wohlfühlen und gerne wiederkommen.

Was bedeutet es für Sie, Unternehmer zu sein?

Freiheit und Selbstbestimmung. Es ist einfach toll, wenn man seine eigenen Ideen verwirklichen kann. Klar haben wir viel Arbeit, aber auch viel Erfolg, das macht Spaß, auch wenn es mal stressig wird.

Was muss eine gute Hausbank für Sie als Unternehmer leisten?

Als Unternehmer brauchen wir einen Ansprechpartner, der uns kennt und immer ein offenes Ohr für uns hat. Der sich für unsere Ideen interessiert und sich gemeinsam mit uns dafür engagiert, dass wir sie umsetzen können. So wie damals, als wir mit den Poke Bowls angefangen haben, die für Stuttgart noch völlig neu waren.

Und warum sind Sie Bankier der Volksbank Stuttgart?

Gerade mit der Hausbank ist eine vertrauensvolle Partnerschaft das Wichtigste. Wir arbeiten ja auch im Rahmen der BankierVorteilswelt mit der Volksbank zusammen. Da ist es für uns selbstverständlich, dass wir auch Mitglieder-Anteile haben und Anteil nehmen.

Und noch eine kurze Frage zum Abschluss: Was verbinden Sie mit dem Begriff „Bankier“?

Dass ich Teil einer großen Gemeinschaft bin, die zusammen profitiert – wie eben auch wir bei der SG Schorndorf.

Steckbrief

Minmin Stuttgart