Zunehmend nehmen Frauen ihre Geldanlage selbst in die Hand. Trotzdem legen sie im Schnitt noch seltener Geld in Aktien, Aktienfonds oder ETFs an als Männer. Dabei spricht vieles für einen frühen Start: Frauen verdienen im Schnitt weniger, arbeiten häufiger in Teilzeit und leben länger. Wer früh und regelmäßig investiert, kann die spätere Rentenlücke gezielt verkleinern.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie das Investieren für Frauen Schritt für Schritt gelingt. Sie lesen, welche Bausteine der Geldanlage es gibt und wie Sie mit Aktien, ETFs und Fondssparplänen langfristig Vermögen aufbauen. Außerdem zeigen wir, mit welchen fünf Schritten Sie starten und welche Möglichkeiten die Volksbank Stuttgart dafür bietet.
Das Wichtigste zum Investieren für Frauen auf den Punkt
2025 legten in Deutschland rund 14,1 Millionen Menschen Geld in Aktien, Aktienfonds oder ETFs an. Die Zahl der Anlegerinnen stieg dabei um 24 %, die der Männer um 12 %.
Frauen verdienen pro Stunde im Schnitt rund 16 % weniger als Männer, leben länger und beziehen im Alter etwa ein Viertel geringere Alterseinkünfte. Frühes Investieren hilft, diese Lücke zu verkleinern.
Für den Einstieg brauchen Sie kein Vermögen. Mit einem Sparplan geht es schon ab wenigen Euro im Monat los. Über die Jahre arbeiten Zeit und Zinseszinseffekt für Sie.
Wenn Sie breit gestreut anlegen, etwa über ETFs, senken Sie das Risiko einzelner Verluste. Kursschwankungen gehören beim langfristigen Investieren aber dazu.
Warum Investieren für Frauen so wichtig ist
Frauen verdienen pro Stunde im Schnitt rund 16 % weniger als Männer. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit, übernehmen öfter Kindererziehung oder Pflege und zahlen so über Jahre weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Gleichzeitig leben Frauen im Schnitt länger und brauchen ihr Geld über einen längeren Ruhestand.
Das zeigt sich später deutlich: Frauen ab 65 Jahren beziehen im Schnitt rund 1.820 € brutto Alterseinkünfte im Monat, Männer rund 2.400 € – bei Frauen etwa ein Viertel weniger (Stand 2025). Für diesen Unterschied steht der Begriff Gender Pension Gap. Wenn Sie früh Vermögen aufbauen, verkleinern Sie Ihre Rentenlücke gezielt. Hinzu kommt: Auf dem Sparbuch verliert Geld durch die Inflation an Wert. Aktien und börsengehandelte Indexfonds (ETFs) können das langfristig ausgleichen.
Die gute Nachricht: Frauen sind zunehmend an der Börse aktiv. Nach Zahlen des Deutschen Aktieninstituts investierten 2025 rund 14,1 Millionen Menschen in Aktien, Aktienfonds oder ETFs. Bei den Anlegerinnen stieg die Zahl um 1 Million (plus 24 %), bei den Männern um 940.000 (plus 12 %). Männer sind zwar weiterhin häufiger investiert, doch die Lücke wird kleiner. Wie deutlich der Aufholtrend ausfällt, zeigt der Vorjahresvergleich:
Studien deuten zudem darauf hin, dass Anlegerinnen im Schnitt oft ähnlich gut oder besser abschneiden als Männer. Sie handeln seltener impulsiv, schichten seltener um und denken langfristiger. Diese Ruhe ist beim Vermögensaufbau ein Vorteil. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie im Ratgeber Frauen und Finanzen.
Geldanlage für Frauen: Welche Bausteine gibt es?
Eine gute Geldanlage kombiniert meist mehrere Bausteine. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie schnell Sie an Ihr Geld kommen, welche Rendite möglich ist und welches Risiko dahintersteht:
Tagesgeld: Ihr Geld bleibt täglich verfügbar und schwankt nicht am Kapitalmarkt. Es passt zum Notgroschen, wirft aber wenig Rendite ab.
Festgeld: Sie legen einen Betrag für eine feste Laufzeit an und kennen die Verzinsung vorab. Dafür kommen Sie während der Laufzeit nicht an das Geld.
Wertpapiere: Aktien, Fonds und ETFs bieten langfristig Chancen auf mehr Rendite. Dafür schwanken die Kurse stärker.
Als Faustregel gilt: Kurzfristig benötigtes Geld gehört auf Tages- oder Festgeld. Der langfristige Vermögensaufbau für Frauen läuft dagegen über Wertpapiere an der Börse.
Aktien, ETFs und Fonds: An der Börse Vermögen aufbauen
Wenn Sie an der Börse investieren, haben Sie vor allem drei Wertpapierarten zur Wahl. Sie unterscheiden sich in Streuung, Kosten und Risiko:
Aktie: Eine Aktie ist ein Anteil an einem einzelnen Unternehmen. Ihr Kurs hängt allein von diesem Unternehmen ab.
Fonds: Ein Fonds bündelt viele Aktien oder andere Werte. Ein Fondsmanagement wählt die Titel gezielt aus, dafür fallen höhere Kosten an.
ETF: Ein ETF bildet einen ganzen Index nach, zum Beispiel einen weltweiten Aktienmarkt. Er streut breit und kostet wenig.
Alle drei bauen Sie über einen Sparplan Schritt für Schritt auf. Aktien sind auch für Frauen eine wichtige Anlageform beim langfristigen Vermögensaufbau. Einzelne Titel müssen Sie dafür nicht selbst auswählen – ein breit gestreuter ETF übernimmt das. Wichtig sind vor allem drei Dinge: breit streuen, auf Kosten achten und einen langen Atem mitbringen. So gelingt vielen Frauen der Einstieg an der Börse.
Chancen und Risiken der drei Wertpapierarten
Aktien, ETFs und Fonds unterscheiden sich in Chance und Risiko. Diese Tabelle stellt sie gegenüber:
Wertpapierart | Chancen | Risiken |
Einzelaktien | Hohe Renditechancen; mögliche Dividenden; direkte Beteiligung an einem Unternehmen | Starke Kursschwankungen; hohes Einzelwertrisiko; bei Insolvenz Totalverlust möglich |
ETFs | Breite Streuung über einen ganzen Index; niedrige Kosten; schon per Sparplan ab kleinen Beträgen | Marktrisiko: Fällt der Index, fällt der ETF; keine gezielte Auswahl einzelner Werte |
Aktiv gemanagte Fonds | Aktive Auswahl durch das Fondsmanagement; breite Streuung; Chance, besser als der Markt zu sein | Höhere Kosten als ETFs; kein fester Ertrag; bleiben oft hinter dem Markt zurück |
Über alle Arten hinweg gilt: Wertpapiere können sich vor allem für den mittel- bis langfristigen Aufbau eignen. Kurzfristige Schwankungen gehören dazu, und Erträge sind nicht garantiert.
In fünf Schritten mit dem Investieren starten
Der Einstieg ist einfacher, als viele denken. Mit etwas Finanzwissen und einer klaren Finanzplanung gelingt er Schritt für Schritt. Diese Tipps zur Geldanlage für Frauen zeigen, wie Sie vorgehen:
Ziele und Zeithorizont festlegen: Überlegen Sie, wofür Sie investieren und wie lange Sie das Geld nicht brauchen. Je länger der Horizont, desto besser können Sie Schwankungen aussitzen.
Notgroschen aufbauen: Legen Sie zuerst Rücklagen für unerwartete Ausgaben an – als Orientierung drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto.
Depot auf Ihren Namen eröffnen: Für Wertpapiere brauchen Sie ein Depot. Das richten Sie bei der Volksbank Stuttgart persönlich in der Filiale oder online ein und behalten so die Kontrolle über Ihr Geld.
Breit gestreut anlegen: Entscheiden Sie, wie viel Risiko zu Ihnen passt. Eine breite Streuung über ETFs oder Fonds verteilt das Risiko auf viele Unternehmen.
Sparplan einrichten und dranbleiben: Mit einem Sparplan investieren Sie automatisch jeden Monat. So bleiben Sie unabhängig von der Tagesform der Börse und nutzen langfristig den Zinseszinseffekt.
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Das Whitepaper „Vemale Vinance“ der Volksbank Stuttgart bündelt praktische Tipps zum Investieren, zur Geldanlage und zum Vermögensaufbau für Frauen – kompakt zum Nachlesen in Ihrem Tempo.
Wie viel Geld brauchen Sie zum Investieren?
Für den Start brauchen Sie kein Vermögen. Schon mit kleinen Beträgen ab wenigen Euro im Monat richten Sie einen Sparplan ein. Entscheidend ist nicht die Höhe der Rate, sondern früh anzufangen und regelmäßig dabeizubleiben.
Ein Rechenbeispiel macht das deutlich: Wenn Sie 25 Jahre lang monatlich 100 € anlegen und dabei eine langfristig unterstellte Rendite von 6 % pro Jahr erzielen, kämen Sie rechnerisch auf rund 69.000 €. Diese Rendite ist nicht garantiert. Rund 30.000 € davon zahlen Sie selbst ein, der Rest ergibt sich aus dem Zinseszinseffekt. Fällt die Rendite niedriger aus oder geraten die Kurse unter Druck, kann das Ergebnis deutlich geringer sein.
Halten Sie einen Teil Ihres Geldes jederzeit verfügbar und legen Sie den langfristigen Teil breit gestreut an. So bleiben Sie flexibel und bauen gleichzeitig Vermögen auf.
Risikohinweis: Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen, ein Teil- oder Totalverlust ist möglich. Historische Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen. Die Rechenbeispiele sind nicht garantiert und stellen keine Anlageberatung dar. Wie Erträge besteuert werden, hängt von Ihren persönlichen Verhältnissen ab und kann sich künftig ändern.
Ihre Möglichkeiten bei der Volksbank Stuttgart
Die Volksbank Stuttgart bietet verschiedene Wege, um Geldanlage und Vermögensaufbau in den Alltag zu integrieren – ob Sie gerade erst starten oder schon Vermögen aufgebaut haben:
meinSparplan: Mit dem meinSparplan investieren Sie regelmäßig in Aktien, aktiv gemanagte Fonds oder ETFs. Die Sparrate passen Sie flexibel an. Wie bei allen Wertpapieren unterliegt die Investition Kursschwankungen.
MeinInvest: Die digitale Geldanlage übernimmt die Auswahl für Sie und ermöglicht einen einfachen Einstieg, auch ohne eigene Börsenerfahrung. Dafür entscheiden Sie einzelne Anlagen nicht selbst.
Tagesgeld: Ein Tagesgeldkonto passt zum Notgroschen. Das Geld bleibt jederzeit verfügbar, wirft dafür aber vergleichsweise wenig Zinsen ab.
Festgeld: Möchten Sie planbar sparen, legen Sie Geld für eine feste Laufzeit an. Dafür ist es während der Laufzeit gebunden.
Sie möchten wissen, welcher Weg zu Ihrer Lebenssituation passt? Die Berater der Volksbank Stuttgart schauen gemeinsam mit Ihnen, wie Sie Geldanlage, Vermögensaufbau und Altersvorsorge zusammenbringen – persönlich, verständlich und ohne komplizierten Fachjargon.
Fazit: Als Frau souverän investieren und Vermögen aufbauen
Investieren ist keine Frage des großen Vermögens, sondern des frühen Starts. Schon kleine, regelmäßige Beträge können über die Jahre wachsen – wenn Sie breit streuen und den Zinseszinseffekt für sich arbeiten lassen. So gewinnen Frauen Schritt für Schritt mehr finanzielle Unabhängigkeit.
Den passenden Weg müssen Sie dabei nicht allein finden. Ob erster Sparplan oder Feinschliff einer bestehenden Strategie – die Berater der Volksbank Stuttgart begleiten Sie und passen Ihre Geldanlage an Ihre Ziele und Ihre Lebenssituation an. So wird Investieren für Frauen zu einem festen Teil Ihrer Finanzplanung.