

Ein Studium ist für viele junge Menschen ein großer Schritt in Richtung Zukunft. Gleichzeitig bringt diese Lebensphase auch finanzielle Herausforderungen mit sich und wirft praktische Fragen auf: Wie viel kostet ein Studium eigentlich? Welche Ausgaben fallen während eines Semesters an und kostet Studieren Geld, auch wenn an vielen Universitäten und Hochschulen keine klassischen Studiengebühren anfallen?
In diesem Ratgeber erhalten Sie einen Überblick darüber, was ein Studium kostet. Wir zeigen, welche laufenden Ausgaben Studenten im Monat haben können, welche Gebühren rund um das Studium entstehen und wie hoch die Kosten pro Semester ausfallen. Außerdem gehen wir darauf ein, welche Unterstützungen es gibt und welche Möglichkeiten grundsätzlich bestehen, Geld für das Studium zurückzulegen.
Das Wichtigste zu den Kosten für ein Studium auf den Punkt
Ein Studium bringt laufende Ausgaben mit sich. Was ein Studium im Monat kostet, hängt unter anderem von Miete, Lebenshaltungskosten, Lernmaterialien und dem Semesterbeitrag ab.
Die Kosten für ein Studium können sich im Verlauf der Zeit ändern. Je nach Studiengang, Hochschule bzw. Universität und persönlicher Situation unterscheiden sich Ausgaben pro Semester, etwa durch Gebühren, Fachliteratur oder Fahrtkosten.
Wie viel ein Studium kostet, hängt auch von der Studienform ab. Ob man regulär an einer Hochschule studiert, ein duales Studium absolviert oder ein Fernstudium wählt, hat Einfluss auf die anfallenden Gebühren. Auch die monatlichen Ausgaben können sich je nach Studienform deutlich unterscheiden.
- Zur Finanzierung eines Studiums stehen verschiedene Formen der Unterstützungen zur Verfügung. Neben staatlichen Leistungen wie BAföG können auch familiäre Unterstützung oder eigenes Einkommen dazu beitragen, laufende Ausgaben während des Studiums abzufedern.
Was kostet ein Studium im Monat?
Was ein Studium im Monat kostet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die monatlichen Ausgaben hängen von verschiedenen Faktoren ab, etwa von den Wohnkosten, dem Studienort, dem individuellen Lebensstil und den Gebühren rund um das Studium. Einen groben Richtwert liefert die 22. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks: Zum Erhebungszeitpunkt im Jahr 2021 lagen die durchschnittlichen Ausgaben von Studenten bei rund 900 bis 1.100 € im Monat.
Diese Zahl dient jedoch nur zur Orientierung. Je nach Miete, Nebenkosten, Lernmaterialien oder Fahrtkosten können die Ausgaben deutlich darunter oder darüber liegen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die genannten Werte nicht mehr ganz aktuell sind und sich die Lebenshaltungskosten in den vergangenen Jahren unter anderem durch Inflation spürbar erhöht haben. Die folgenden Abschnitte zeigen, aus welchen Punkten sich die monatlichen Kosten für das Studium zusammensetzen und wo Unterschiede entstehen können.
Überblick: Was kostet ein Studium?
Die Kosten für ein Studium setzen sich aus vielen einzelnen Ausgaben zusammen, die je nach persönlicher Situation unterschiedlich stark ins Gewicht fallen. Besonders Wohnkosten, Krankenversicherung und laufende Lebenshaltungskosten bestimmen, wie viel ein Studium im Monat kostet. Die folgenden Durchschnittswerte aus der Sozialerhebung geben eine Orientierung für die Kosten eines Studiums in Deutschland, ersetzen jedoch keine individuelle Rechnung. Je nach Studienort, Studienform und Lebenssituation können die tatsächlichen Ausgaben deutlich abweichen.
Insgesamt zeigen die Zahlen, dass Studierende 2021 im Durchschnitt mit rund 1.100 € pro Monat für Studium und Lebensunterhalt rechnen mussten. Bei Studierenden mit Kind erhöhen sich die monatlichen Ausgaben entsprechend, sodass die tatsächlichen Kosten während des Studiums deutlich darüber liegen können. Da die Lebenshaltungskosten seitdem unter anderem durch Inflation gestiegen sind, ist davon auszugehen, dass die tatsächlichen Ausgaben von Studenten heute über diesen Werten liegen.
Kostenpunkt | Durchschnittliche Kosten pro Monat |
|---|---|
Semesterbeitrag | ca. 36 € |
Studiengebühren | ca. 60 € |
Miete und Nebenkosten | ca. 393 € |
Lernmaterialien | ca. 20 € |
Mobilität | ca. 60 € |
Gesundheit | ca. 108 € |
Ernährung | ca. 200 € |
Freizeit | ca. 50 € |
Telefon und Internet | ca. 27 € |
Sonstige Ausgaben | ca. 150 € |
Gesamtkosten pro Monat | ca. 1.100 € |
Welche Unterstützungen gibt es, um das Studium zu finanzieren?
Die Kosten für ein Studium lassen sich auf unterschiedliche Weise abfedern. In Deutschland stehen Studierenden verschiedene Formen der finanziellen Unterstützung zur Verfügung, die je nach persönlicher Situation, Einkommen und Studienverlauf infrage kommen. Die wichtigsten Möglichkeiten zur Finanzierung eines Studiums im Überblick:
BAföG: Die staatliche Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz richtet sich unter anderem nach dem Einkommen der Eltern. Ein Teil wird als Zuschuss gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss. Der andere Teil wird als zinsfreies Darlehen ausgezahlt und ist nach dem Studium bis zu einer gesetzlich festgelegten Höchstgrenze zurückzuzahlen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind dabei Nachlässe möglich, etwa bei vorzeitiger Gesamtrückzahlung.
Stipendien: Stipendien werden von staatlichen Stellen, Stiftungen oder privaten Organisationen vergeben. Diese Form der Unterstützung muss in der Regel nicht zurückgezahlt werden und ist häufig an bestimmte Voraussetzungen wie Studienleistungen oder gesellschaftliches Engagement geknüpft.
Studienkredite und Bildungskredite: Für Studenten bestehen verschiedene Kreditangebote, die auf die Finanzierung des Studiums ausgerichtet sind. Während Studienkredite meist über einen längeren Zeitraum laufen, wird der staatliche Bildungskredit häufig in der Endphase des Studiums genutzt. Beide Varianten müssen nach Abschluss des Studiums zurückgezahlt werden.
Nebenjobs: Viele Studierende verdienen zusätzliches Geld durch Nebenjobs. Tätigkeiten als Werkstudent oder studentische Hilfskraft ermöglichen es, Einkommen zu erzielen und gleichzeitig praktische Erfahrungen zu sammeln.
Kindergeld und Unterhalt: Eltern erhalten für Studenten in der Regel bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld. Darüber hinaus sind sie während der Erstausbildung grundsätzlich unterhaltspflichtig und müssen den Lebensunterhalt ihrer Kinder sicherstellen.
Vergünstigungen für Studierende: Ergänzend entlasten zahlreiche Rabatte den Studienalltag. Dazu zählen ermäßigte Preise für öffentliche Verkehrsmittel, Kulturangebote, Sport oder spezielle Studententarife für Telefon und Internet, die helfen können, laufende Ausgaben zu reduzieren.
Möglichkeiten, um Geld für das Studium zurückzulegen
Wer sich frühzeitig mit den Kosten eines Studiums beschäftigt, denkt oft auch darüber nach, wie sich Geld für diese Zeit zurücklegen lässt. Rücklagen können dabei helfen, spätere Ausgaben besser abzufedern, etwa für laufende Lebenshaltungskosten oder Gebühren rund um das Studium. Je nach Zeitraum und persönlicher Situation kommen unterschiedliche Formen der Rücklage infrage:
Sparbücher, die als klassische und leicht verständliche Möglichkeit gelten, um Geld für das Studium zurückzulegen und den Überblick zu behalten.
Tagesgeldkonten, bei denen das angesparte Geld flexibel verfügbar bleibt und bei Bedarf kurzfristig für Ausgaben im Studium genutzt werden kann.
Festgeldkonten, bei denen das Geld für eine feste Laufzeit zurückgelegt wird und eine planbare Verzinsung im Vordergrund steht.
ETF-Sparpläne, bei denen regelmäßig Beträge angelegt werden, um über einen längeren Zeitraum schrittweise Rücklagen für das Studium aufzubauen.
Fonds, bei denen das Geld langfristig investiert wird und die professionell verwaltet sind.

Tipps: So lässt sich das Studium finanzieren
Die Kosten für ein Studium lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber häufig besser steuern. Wenn Sie sich früh mit den eigenen Ausgaben beschäftigen, können Sie gezielt an Stellschrauben ansetzen und vorhandene Möglichkeiten nutzen. Die folgenden Tipps zeigen, wie Sie die Kosten während des Studiums besser stemmen können:
- Staatliche Leistungen nutzen: Förderungen wie BAföG können einen großen Beitrag zur Finanzierung des Studiums leisten. Ob und in welcher Höhe Unterstützung gewährt wird, hängt unter anderem von der persönlichen Situation und dem Einkommen der Eltern ab.
Einkommen neben dem Studium: Viele Studenten bauen sich parallel zum Studium eine eigene Einnahmequelle auf. Typische Optionen sind Werkstudententätigkeiten oder Jobs als studentische Hilfskraft, bei denen sich Praxiserfahrung und regelmäßiges Einkommen miteinander verbinden lassen.
Wohnen und Ernährung bewusst planen: Miete und Lebensmittel zählen zu den größten Kostenfaktoren im Studium. Günstigere Wohnformen wie WGs oder Studentenwohnheime sowie preiswerte Angebote in der Mensa können dabei helfen, die monatlichen Ausgaben zu senken.
Vergünstigungen für Studenten nutzen: In vielen Bereichen gibt es spezielle Studentenrabatte, etwa bei Kleidung, Freizeitaktivitäten oder im öffentlichen Nahverkehr.
Rücklagen gezielt einsetzen: Wenn Eltern frühzeitig Geld für das Studium ihres Kindes zurücklegen, können diese Rücklagen später gezielt für größere Ausgaben oder laufende Kosten genutzt werden. Auch kleinere Beträge können dazu beitragen, finanzielle Engpässe während des Studiums abzufedern.
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