Am Monatsende ist das Konto leer, und keiner weiß so recht, wohin das Geld geflossen ist. In einer Familie kommen deutlich mehr Ausgaben zusammen als in einem Haushalt ohne Kinder. Kita-Beitrag, Klassenfahrt, Versicherungen und der Wocheneinkauf verteilen sich über das ganze Jahr. Viele Familien setzen sich deshalb einmal gemeinsam hin und sortieren ihre Zahlen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie viel Geld Familien in Deutschland im Monat tatsächlich ausgeben. Sie lesen, wie Sie Ihr Budget in fünf Schritten aufstellen und feste von veränderlichen Ausgaben trennen. Außerdem zeigen wir, wie Sie Rücklagen aufbauen und Ihren Plan dauerhaft aktuell halten.
Das Wichtigste zum Familienbudget auf den Punkt
Ein Familienbudget stellt alle Einnahmen und Ausgaben eines Haushalts gegenüber. So sehen Sie schwarz auf weiß, wie viel Geld Ihnen im Monat wirklich bleibt.
Paare mit Kindern geben in Deutschland durchschnittlich 4.664 € im Monat für den Konsum aus. In einem Vier-Personen-Haushalt sind es 5.067 €.
Bei Paaren mit Kindern geht rund ein Drittel der Ausgaben ins Wohnen. Verkehr und Lebensmittel folgen mit jeweils etwa 15 %.
Für ungeplante Ausgaben gelten zwei bis drei Monatsgehälter als Daumenregel. Diese Reserve gehört auf ein eigenes Konto, getrennt vom Alltagsgeld.
Wie viel Geld braucht eine Familie im Monat?
Eine feste Summe gibt es nicht – einen amtlichen Vergleichswert dagegen schon. Das Statistische Bundesamt erhebt in den „Laufenden Wirtschaftsrechnungen“ jährlich, wie viel private Haushalte für den Konsum ausgeben. Die aktuellen Zahlen stammen aus dem Jahr 2024. Paare mit Kindern kamen dabei auf durchschnittlich 4.664 € im Monat. Die Haushaltstypen im Vergleich:
Haushaltstyp | Konsumausgaben pro Monat |
Paare mit Kind oder Kindern | 4.664 € |
Paare ohne Kinder | 3.885 € |
Alleinerziehende | 2.790 € |
Alle Haushalte im Schnitt | 3.257 € |
Dieselbe Erhebung lässt sich auch nach der Haushaltsgröße auswerten. Dann zählen die Personen im Haushalt und nicht die Familienform. Wie hoch Ihr monatliches Familienbudget ausfällt, hängt vor allem von der Haushaltsgröße, der Familienform und der Miete ab. Ein Vier-Personen-Haushalt gibt im Schnitt 5.067 € im Monat aus. Die Staffelung nach Personen:
Haushaltsgröße | Konsumausgaben pro Monat |
Eine Person | 2.042 € |
Zwei Personen | 3.721 € |
Drei Personen | 4.467 € |
Vier Personen | 5.067 € |
Fünf Personen und mehr | 5.231 € |
Wofür Familien ihr Geld ausgeben
Bei Familien geht das meiste Geld ins Wohnen. Die folgenden Werte stammen aus den „Laufenden Wirtschaftsrechnungen 2024“ des Statistischen Bundesamtes. Wohnen, Energie und Instandhaltung machen bei Paaren mit Kindern 1.582 € im Monat aus. Das sind 33,9 % der Konsumausgaben. Danach folgen Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren mit 696 € und Verkehr mit 686 €. Freizeit, Sport und Kultur liegen bei 456 €. Alle Bereiche im Überblick:
Diese Verteilung ist ein Durchschnitt und kein Ziel. Sie hilft aber beim ersten Abgleich: Liegen Sie in einem Bereich deutlich darüber, setzen Sie dort zuerst an.
In fünf Schritten das Familienbudget richtig planen
Ihr Familienbudget planen Sie mit wenig Aufwand. Sie brauchen dafür die Kontoauszüge der letzten drei Monate und eine einfache Tabelle. Die Verbraucherzentrale beschreibt den Weg in fünf Schritten:
Alle Einnahmen erfassen: Dazu gehören die Nettolöhne beider Eltern, das Kindergeld, das Elterngeld, Unterhaltszahlungen und Einkünfte aus Nebenjobs. Unregelmäßiges wie Bonus oder Steuererstattung notieren Sie getrennt.
Feste Ausgaben auflisten: Miete, Kreditraten, Strom, Versicherungen, Kita-Beitrag, Abos und das Taschengeld der Kinder bleiben Monat für Monat gleich. Diese Fixkosten bilden den Sockel Ihrer Budgetplanung. Posten, die nur ein- oder zweimal jährlich anfallen, rechnen Sie auf einen Monat um und legen den Betrag zur Seite.
Das verfügbare Budget ermitteln: Einnahmen minus feste Ausgaben ergibt das Geld für alles Veränderliche. Teilen Sie diesen Betrag durch vier, dann kennen Sie Ihr Wochenbudget.
Veränderliche Ausgaben aufschreiben: Lebensmittel, Mobilität, Kleidung, Freizeit und Geschenke schwanken jeden Monat. Sammeln Sie die Belege und tragen Sie sie einmal pro Woche ein.
Einmal im Monat Bilanz ziehen: Ziehen Sie die veränderlichen Ausgaben vom verfügbaren Budget ab. Bleibt etwas übrig, wandert es in Rücklagen. Fehlt etwas, zeigt die Tabelle sofort den zu großen Posten.
Ein Punkt macht es deutlich leichter: Legen Sie den Sparbetrag gleich zu Monatsbeginn zur Seite und nicht erst am Monatsende. Ein Dauerauftrag am Tag des Gehaltseingangs nimmt Ihnen diese Entscheidung ab.
Wenn Ihre Aufstellung fertig ist, steht die eigentliche Frage noch offen: Ist das viel oder wenig? Ob ein Posten zu hoch liegt, zeigt sich erst im Vergleich mit ähnlichen Haushalten. Ein zweiter Blick von außen hilft dabei, das eigene Ergebnis einzuschätzen. Im Beratungsgespräch der Volksbank Stuttgart ordnen wir Ihre Zahlen ein und zeigen, wo Spielraum entstehen kann.
Wie funktioniert die 50/30/20-Regel für Familien?
Die 50/30/20-Regel ist eine verbreitete Faustregel für die Aufteilung des Nettoeinkommens. So teilen Sie das Budget für Ihre Familie in drei Töpfe auf:
50 % für feste Kosten wie Miete, Energie, Versicherungen und Grundnahrungsmittel
30 % für Wünsche wie Hobbys, Ausflüge, Urlaub und Essen außer Haus
20 % für Rücklagen, größere Anschaffungen und Vorsorge
Für Familien ist der erste Topf der kritische. Allein Wohnen, Energie und Instandhaltung binden bei Paaren mit Kindern schon 33,9 % der Konsumausgaben. Kommen Mobilität und Versicherungen dazu, überschreiten Sie die 50-%-Marke in Regionen mit hohen Mieten schnell. Die Regel dient dann als Richtschnur, nicht als starre Vorgabe. Verschieben Sie in diesem Fall lieber die Anteile, statt den Plan aufzugeben. Eine Aufteilung von 60/25/15 ist genauso klar und passt besser zu hohen Wohnkosten.
Für den Alltag hilft es, die drei Töpfe auch auf getrennte Konten zu legen. Das Girokonto trägt die festen Kosten, ein zweites Konto das Geld zum Leben, ein Tagesgeldkonto die Rücklagen. So sehen Sie beim Blick aufs Konto sofort, wie viel im laufenden Monat noch da ist.
Notgroschen und Sparziele der Familie
Die Waschmaschine gibt den Geist auf, das Auto braucht neue Bremsen, die Nebenkostenabrechnung fällt höher aus als gedacht. Für solche Fälle brauchen Sie eine Reserve, an die Sie sofort herankommen. Als Daumenregel nennt die Verbraucherzentrale einen Puffer von zwei bis drei Monatsgehältern. Wie groß der Notgroschen tatsächlich ausfällt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.
Dieses Geld gehört auf ein eigenes Konto und nicht aufs Girokonto. Dort ist es sauber getrennt und trotzdem jederzeit verfügbar. Erst wenn der Notgroschen steht, kommen die einzelnen Sparziele an die Reihe.
Bleibt im Monat wenig übrig, bauen Sie die Reserve in kleinen Schritten auf. Schon 50 € im Monat ergeben nach zwei Jahren eine Rücklage von 1.200 €. Zusätzlich helfen einmalige Beträge wie die Steuererstattung oder ein Bonus. Diese Summen fließen direkt auf das Rücklagenkonto und tauchen im Alltagsbudget gar nicht erst auf.
Sparziele funktionieren besser, wenn sie einen Namen und ein Datum haben. Das kann die Klassenfahrt im Frühjahr sein, der Ersatz für das Auto in drei Jahren oder die Ausbildung des Kindes. Für jedes Ziel legen Sie einen eigenen Betrag fest und buchen ihn per Dauerauftrag ab. So bleibt der Alltag vom Sparen unberührt.
Haushaltsbuch oder App: Womit behalten Sie den Überblick?
Das Werkzeug ist zweitrangig, der Rhythmus zählt. Ein Haushaltsbuch auf Papier leistet dasselbe wie eine Tabelle am Rechner oder eine App auf dem Smartphone. Entscheidend ist, dass Sie die Belege einmal pro Woche eintragen und einmal im Monat Bilanz ziehen. So bleiben die Finanzen der Familie das ganze Jahr über im Blick.
Digital füllen sich Summen und Kategorien von allein. Eine Papierliste dagegen liegt sichtbar in der Küche und erinnert Sie jeden Tag ans Eintragen. Probieren Sie beides einige Wochen aus und bleiben Sie bei der Variante, die Sie tatsächlich nutzen.
Planen Sie den Monatstermin fest ein, etwa am ersten Sonntag. Eine Viertelstunde reicht meist aus. Über die Zeit fallen so auch die Abos auf, die Sie kaum noch nutzen.
Wie oft passen Sie Ihr Familienbudget an?
Ein drei Jahre alter Plan passt selten noch zum heutigen Alltag. Ein Familienbudget richtig zu planen heißt deshalb, es an neue Lebensphasen anzupassen. Einmal jährlich gehört die ganze Budgetplanung auf den Prüfstand.
Beim Jahrestermin gehen Sie drei Punkte durch. Prüfen Sie zuerst, ob die festen Kosten noch stimmen, denn Miete, Strom und Versicherungen ändern sich meist zum Jahreswechsel. Vergleichen Sie danach Ihre echten Ausgaben mit dem Plan des Vorjahres. Legen Sie zum Schluss den Sparbetrag für die kommenden zwölf Monate fest.
Dazwischen gibt es Anlässe, die sofort eine Anpassung verlangen. Dazu zählen der Beginn und das Ende der Elternzeit, ein Umzug, eine Gehaltsänderung und der Wechsel in die Teilzeit.
Auch die Kinder verändern das Budget in Sprüngen. Mit dem Schulstart kommen die Schulkosten dazu. Später folgen die Kosten für den Führerschein und häufig für einen Auslandsaufenthalt. Planen Sie diese Posten früh ein, müssen Sie sie später nicht aus der laufenden Kasse stemmen.
So begleitet Sie die Volksbank Stuttgart bei Ihrem Familienbudget
Ein Budget aufzustellen ist das eine, es über Jahre zu halten das andere. Genau dabei hilft ein Gespräch mit einer festen Ansprechperson vor Ort. Für die einzelnen Töpfe aus Ihrem Budget gibt es passende Bausteine, jeder mit eigenen Chancen und Risiken:
Baustein | Chancen | Risiken |
Die festen Kosten laufen über ein Konto, beide Partner sehen dasselbe | Beide Partner verfügen frei über das Guthaben und haften zusammen | |
Der Notgroschen bleibt jederzeit verfügbar | Der Zins ist niedrig und ändert sich mit dem Marktniveau | |
Fester Zins über eine Laufzeit von 3 bis 36 Monaten | Das Geld ist für diese Laufzeit gebunden | |
Langfristige Renditechancen mit Aktien, aktiv gemanagten Fonds und ETFs | Die Kurse schwanken, Verluste sind möglich | |
Viele Arbeitgeber zahlen einen monatlichen Betrag dazu | Das Geld ist über die Sparphase hinweg festgelegt |
Sie möchten wissen, welche Aufteilung zu Ihrer Familie passt?
Die Berater der Volksbank Stuttgart schauen mit Ihnen, wie Sie Fixkosten, Rücklagen und Sparziele zusammenbringen – persönlich, verständlich und ohne komplizierten Fachjargon.